Zur Bekämpfung des Schweinerotlaufs 1916Großh. Kreisveterinäramt Alsfeld teilt mit, daß es infolge des starken Auftretens der Rotlaufseuche und der zahlreichen Notschlachtungen nicht in der Lage sei, die Untersuchung rotlaufverdächtiger Schweinekadaver immer rechtzeitig vorzunehmen, zumal die Fuhrwerksverhältnisse schlecht sind. Aus diesem Grund empfiehlt es, Schweinekadaver, bei denen begründeter Verdacht auf Seuche vorliegt, unmittelbar nach dem Verenden der Tiere in flache Gruben zu tragen, die mit Brettern und Erde (Rasen) zu bedecken sind. Diese Gruben können, wo es angängig ist, in der Nähe der Stallungen im Hausgarten des betr. Gehöfts angelegt werden. (Grünberger Anzeiger, 14. September 1916)
Schweinehaltung und Hausschlachtungen 1916Das Kriegsernährungsamt schreibt: Das Hausschlachtungsverbot, das seinerzeit aus technischen Gründen erlassen wurde, hat vielfach zu Beunruhigungen unter den Tierhaltern geführt, die noch immer nicht ganz verschwunden sind. Im vollen Umfange war jenes Verbot nur ganz kurze Zeit in Kraft. Es kann auf das Bestimmteste versichert werden, daß ein Hausschlachtungsverbot nicht wieder erlassen wird. – Andererseits ist es selbstverständlich, daß ein bestimmter Teil des bei der Hausschlachtung sich ergebenden Fleischertrages dem betreffenden Tierbesitzer auf die ihm durch die Reichsfleischkarte zustehende Fleischbezugsmenge angerechnet werden muß. Ein anderes Verfahren würde zu ungemein großen und sehr ungerechten Verteilungsunterschieden in der Bevölkerung führen. Jedoch ist die anzurechnende Menge so gewählt, daß der Tierhalter noch immer aus der Aufzucht und Fütterung einen bedeutsamen Vorteil gegenüber denjenigen hat, die sich ein Schlachttier nicht halten können oder wollen. Dieser Vorzug ist auch notwendig, weil jede Tierhaltung nicht nur mit Arbeit, sondern auch mit einem zum Teil nicht geringen Wagnis verbunden ist. Andererseits muß sich jeder, der in der Lage ist, ein oder mehrere Schweine halten zu können, sagen, daß er sich selber schwer schädigt, wenn er die Tierhaltung aufgibt. Dann hat er nicht nur nicht das Fleisch, das er bisher selbst gezogen hat, sondern muß sich's beim Metzger kaufen. Mit jedem Esser mehr aber müssen ganz naturgemäß die dem Einzelnen zuteilbaren Anteile immer geringer werden. […} (Grünberger Anzeiger, 14. September 1916)
Feldpost 1916Zur Fernhaltung von wirtschaftlichen Schädigungen, die in gegenwärtiger Zeit besonders schwer empfunden werden, wird immer wieder davor gewarnt, wenig haltbare Lebensmittel, wie frisches Obst, frisches Fleisch, Frühdauerwaren usw. in Feldpostsendungen zu verschicken. Wenn auch die Beförderungsverhältnisse an sich durch den Ausbau der Postverbindungen im Laufe der Zeit wesentlich verbessert worden sind, so sind doch Verzögerungen in der Aushändigung der Sendungen bei den häufig vorkommenden Truppenverschiebungen nicht zu vermeiden. Es ist auch zu bedenken, daß Sendungen vielfach den Empfänger an der Front nicht mehr erreichen, weil er sich nicht mehr bei der Truppe befindet, und daß diese Sendungen dann eine mehr oder weniger lange Nach- oder Rückbeförderung erleiden. In solchen Fällen ist es unausbleiblich, daß Lebensmittel von geringer Haltbarkeit verderben. Mehr geeignet zur Feldpostbeförderung sind die im Laufe des Krieges in großer Mannigfaltigkeit und zweckmäßiger Verpackung auf den Markt gekommenen Dauerwaren. (Grünberger Anzeiger, 16. September 1916)
Petroleumversorgung 1916Das durch die Bundesratsverordnung vom 28. August d. Js. ausgesprochene Verbot der Abgabe von Petroleum zu Leuchtzwecken ist aufgehoben. (Grünberger Anzeiger, 16. September 1916)
Regenwetter 1916Das letzte Regenwetter, das mit einem wirklich sommerartigen Gewitter schloß, drohte dem reichen Zwetschensegen Schaden zu bringen. Schon beginnen die Früchte aufzuplatzen. Indessen ist jetzt, wenn die Niederschläge endlich aufhören, noch nichts zu befürchten. Mit der Verarbeitung der Zwetschen muß aber begonnen werden. (Grünberger Anzeiger, 20. September 1916)
Petroleum 1916Der Mangel an Petroleum hat auf dem Lande die Nachfrage nach Karbid sehr stark gesteigert. Die Folge davon ist eine Verteuerung des Karbides um fast fünfzig Prozent. Von 60 Pfg. ist der Preis auf 85 bis 90 Pfg. gestiegen. Ebenso stark ist die Nachfrage nach Karbidlampen. Ob die Preissteigerung des Karbides begründet ist, muß dahin gestellt bleiben. Allein an den Stoffen, woraus das Karbid besteht, an Kohlen und Kalk, fehlt es bei uns nicht. (Grünberger Anzeiger, 20. September 1916)
Heldentot 1916Der Musketier Karl Becker aus Weickartshain, Sohn des Schmiedemeisters Heinrich Becker 5r, dar dreiviertel Jahr beim Inf.-Rgt. 129 kämpfte, erlitt den Heldentod im Alter von 22 Jahren. (Grünberger Anzeiger, 21. September 1916)
Heldentot 1916Den Heldentod für das Vaterland fand Musketier Otto Schmidt von Ruppertenrod. Schon über ein Jahr im Felde stehend, hat er die Junioffensive der Russen an der Rigafront mitgemacht und blieb verschont. Jetzt traf ihn eine heimtückische Feindeskugel abends 11 Uhr beim Stellungsbau mitten in die Brust. Der Gefallene war mit der Hess. Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein Kompagnieführer bedauert in ihm einen lieben Kameraden, der treu seine Pflicht erfüllte. (Grünberger Anzeiger, 27. September 1916)
Ernte 1916Die Grummeternte ist beendigt. Sie war zuletzt noch von ausgezeichneter Güte und hat damit das vortreffliche Futterergebnis dieses Jahres zu einem ungewöhnlich reichen gemacht. Mit ganz anderen Aussichten für den Winter tritt der Landwirt diesem entgegen als im vorigen Jahr. Für Viehzucht und Milchwirtschaft sind mithin die besten Vorbedingungen gegeben. Von allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind nur die Kartoffeln hier nicht gut gediehen, die anderen Hackgewächse dagegen vollkommen. (Grünberger Anzeiger, 28. September 1916)
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Grünberger Anzeiger, 28. September 1916 |