Ein Aufruf an das evangelische Kirchenvolk - Eine Wendung im kirchlichen Leben (18. Oktober 1935)Der Reichskirchenausschuß und der Landeskirchenausschuß für die evangelische Kirche der Altpreußischen Union erläßt folgenden Aufruf: Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche [...] hat der Herr Reichs- und preußische Minister für die kirchlichen Angelegenheiten uns in den Reichskirchenausschuß bzw. in den Landeskirchenausschuß für die Evangelische Kirche der Mittelpreußischen Union berufen. Wir haben damit durch staatlichen Auftrag als Männer der Kirche die Leitung und Vertretung der Deutschen Evangelischen Kirche und der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union übernommen. [...] Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, [...] Aus dieser Glaubensgebundenheit ermahnen und bitten wir die evangelischen Gemeinden, in Fürbitte, Treue und Gehorsam zu Volk, Reich und Führer zu stehen. Wir bejahen die nationalsozialistische Volkswerdung auf der Grundlage von Rasse, Blut und Boden. [...] [In diesem Aufruf wurde gefordert, dass die evangelische Kirche sich loyal und gehorsam zu Volk, Reich und Führer zu stellen habe. Es markierte einen entscheidenden Schritt in der Gleichschaltung der Kirche durch das NS-Regime. Damit wurde die Kirche offiziell auf die Linie des NS-Staates verpflichtet und sollte ihre Eigenständigkeit weitgehend aufgeben.] (Grünberger Anzeiger) |
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(Grünberger Anzeiger, 29. Oktober 1935) |