Windräder im Vogelsberg 1996

Die im Vogelsberg in den letzten Jahren stark angestiegene Anzahl von Windkraftanlagen führt in der Bevölkerung zunehmend zu Diskussionen über Sinn und Zweck, Nutzen sowie finanzielle und ästhetische Auswirkungen dieser Technologie in der Landschaft des Vogelsberger Gebirgsmassivs.

Wie der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Hans Heuser (Sellnrod), mitteilte, habe sich in ihrer letzten Sitzung die CDU mit dieser Thematik beschäftigt. Dabei sei das Für und Wider der Windräder im Vogelsberg diskutiert worden.

Als Ergebnis dieser Beratungen werde die CDU-Fraktion für die Kreistagssitzung eine schriftliche Anfrage in den Kreistag einbringen. In dieser Anfrage werde gefragt, wieviele Windkraftanlagen im Vogelsberg aufgestellt worden sind. Bekanntlich war die Anlage in Grebenhain-Hartmannshain die erste dieser Art im Hessenlande gewesen.

Weiter will die CDU-Fraktion wissen, für welche Standorte und für was für Anlagen im Vogelsbergkreis derzeit Genehmigungsverfahren laufen und ob im Jahre 1996 weitere Windräder aufgestellt werden sollen. Und die CDU war der Meinung, dass in den Kreisgremien überlegt werden müsse, ob und in welchem Umfang weitere Windkraftanlagen im Vogelsberg genehmigt werden können. (6. Februar 1996)

 

Empfehlung der Ausschüsse 1996

Eine Deckung der 20 000-DM-Mehrausgabe für die Erschließungsplanung in Göbelnrod könnte aus Klein-Eichen kommen: Wie bereits der HFA, empfahl am Mittwoch (7.2.1996) nun auch der Bauausschuß, vom Magistrat eingesetzte 35 000 DM für die Asphaltierung einer nur privat genutzten Straße aus dem Haushalt 1996 zu streichen.

Dieser Beschlußempfehlung ans Stadtparlament vorausgegangen war die Kritik, die das komplette Streichen des Ansatzes gefordert hatte. Stillschweigend, ohne das der Ortsbeirat etwas davon wußte, habe der Magistrat hier eine "Privatstraße" auf den Weg gebracht. "Nicht ganz richtig", hielt der Bürgermeister entgegen, zumindest ein "Teilwunsch" des Ortsbeirats werde hier erfüllt.

Der habe nämlich gefordert, nur die ersten 10, 20 Meter an der Einmündung zur Landstraße zu befestigen. Doch das bringe nichts, und vor allem komme die vom Magistrat favorisierte Komplettbefestigung die Stadt angesichts der Anliegerbeiträge billiger.

 

Fließgewässer 1996

Der von der Stadt Grünberg vorgelegte Umweltbericht gibt einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben der Umweltschutzarbeit und die im Jahr 1995 durchgeführten Aktivitäten. Die Tätigkeiten, die im Arbeitsbereich der Stadtverwaltung anfallen und im weitesten Sinne umweltschutzrelevant sind, betreffen Wasser, Abwasser, Naturschutz und Landschaftspflege, Gewässerschutz sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Im Gewässer und angrenzenden Uferbereichen finden viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten ihren Lebensraum. Diese Biotope werden jedoch immer stärker beeinträchtigt. Eine erhebliche Beeinträchtigung des Gewässers ist auf die intensive landwirtschaftliche Bodennutzung zurückzuführen. Diesen negativen Entwicklungen soll durch die Erstellung eines einzugsgebietsbezogenen Rahmenplanes mit Renaturierungskonzepten für das Fließgewässer "Seenbach" mit seinen Nebengewässern und Auen in den Stadtgebieten der Städte Ulrichstein, Laubach, Grünberg sowie der Gemeinde Mücke entgegengewirkt werden. (10. Februar 1996)

 

Wasserverbrauch 1996

Die Umweltberaterin der Stadt Grünberg befasst sich auch mit der Trinkwasserversorgung und -qualität. Die Stadt Grünberg besitzt folgende eigene Fördereinrichtungen: Zwei Brunnen in Grünberg, Lardenbach, Quellgebiet Wohnfeld, Weickartshain und Weitershain. Die Stadtteile Göbelnrod und Klein-Eichen werden mitversorgt.

Das Wasserwerk Mücke versorgt Stockhausen mit Trinkwasser, die Dieberggruppe beliefert beliefert mit Trinkwasser die Stadtteile Beltershain, Stangenrod, Lehnheim, Lumda und Reinhardshain, die Stadtwerke Gießen versorgen Queckborn.

Seit 1993 ist ein merklicher Rückgang des Wasserbedarfs festzustellen. Sicherlich hat eine Bewußtseinsveränderung in der Bevölkerung stattgefunden. Die Mittelwerte der Parameter von Trinkwasseranalysen der einzelnen Brunnen zeigen, dass das Grünberger Trinkwasser recht gut einzustufen ist. In der Trinkwasserverordnung wurde der Nitratgehalt auf 50 mg/l festgelegt. Dieser Wert wird bei dem in Grünberg an die Verbraucher abgegebenen Trinkwasser weit unterschritten. Der Nitratgehalt liegt zwischen 5 - 36 mg/l.

In der folgenden Aufstellung werden die Mittelwerte des Nitratgehaltes im Rohwasser dargestellt: Brunnen:
"Keile Wiese" 16,0 (1994) - 14,2 (1995), "Wilde Grube" 16,8 - 15,9, "Weitershain" 17,6 - 18,1, "Weickartshain" 19,5 - 18,7, "Lardenbach" 25,4 - 21,9, "Wohnfeld" 6,0 - 5,7, "Harbach" 36,0 -35,6. (10. Februar 1996)

 

Abwasserentsorgung 1996

Kommunales Abwasser setzt sich aus häuslichem Schmutzwasser und dem Abwasser der Gewerbebetriebe zusammen. Die jährliche Abwasseruntersuchung der Betriebe im Rahmen der Eigenkontrollverordnung werden von einem Institut für Wasser-, Abwasser- und Umweltfragen durchgeführt. Aufgrund der geänderten gesetzlichen Bestimmungen wurde auch die Abwassersatzung der Stadt Grünberg 1995 überarbeitet. Inzwischen sind ca. 88 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen.

Das städtische Kanalnetz ist überwiegend im Mischsystem angelegt, d. h. Schmutz- und Regenwasser werden in den gleichen Kanal eingeleitet und abgeführt. Das städtische Kanalnetz vergrößert sich Jahr für Jahr durch Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. Um eine unwirtschaftliche Überdimensionierung von Kanalisation und Kläranlage zu vermeiden, werden Regenüberlaufbecken angeordnet, über die bei starken Regenfällen ein Teil des verdünnten Mischwassers in die Gewässer abgeleitet wird, so wie in dem neuen Überlaufbecken am Eichwiesenfeld in Klein-Eichen.

(Grünberger Heimat Zeitung/Gießener Allgemeine Zeitung)

 

 
 
Gruenberg
(Grünberger Heimat Zeitung, 10. Februar 1996)
 

 

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