»Großgemeinde wächst auf 14 500 Einwohner« 2006»Da kommen wir noch ganz gut weg«, meinte Bürgermeister Frank Ide während der Beratung des Regionalplans 2006 durch die Fachausschüsse in der Vorwoche. Am Mittwoch (20. September 2006) nun stimmte schließlich die Stadtverordnetenversammlung einstimmig der Stellungnahme Grünbergs – erstellt vom Büro Fischer (Linden) – zum Plan-Entwurf zu. Einzige Änderung an der Vorlage: Die Freihaltung der Umgehungs-Trasse sollte – wiewohl Gegenstand des Flächennutzungsplans – doch in den Regionalplan aufgenommen werden. Was das »Gut-Wegkommen« angeht, so meinte Ide damit die für Grünberg ausgewiesene Bevölkerungsprognose: Laut Regionalplanentwurf (RPL) wird für den Zeitraum 2002 bis 2020 ein Zuwachs von einem Prozent vorhergesagt (von 14 324 Einwohnern Ende 2002 auf 14 500). In der Stellungnahme Grünbergs wird freilich die Basis der Projektion moniert, die sollte, da ins Jahr 2002 zurückreichend, aktualisiert werden. Der Regionalplan projiziert den natürlichen Bevölkerungsrückgang auf Grundlage der »koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung« bis 2020, geht hier für Mittelhessen von einem Minus von 20 000 Einwohnern aus. Die landesplanerische Annahme aber geht von rund 37 000 Zuwanderungen für Mittelhessen aus, was unterm Strich ein Plus ergibt. Das Plus teilt sich wie folgt auf: 20 000 für alle Gemeinden sowie 17 000 zusätzlich für Ober-, Mittel- und Grundzentren mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums; wovon also das Mittelzentrum Grünberg profitieren soll (Prognosen!). Was die Planungsziele in Sachen »Strukturräume« (»Verdichtungs-«, »Ordnungsraum«, »ländlicher Raum«) betrifft, wünschen die Grünberger eine Formulierung zur Stärkung der Grundfunktionen der (nicht zentralen) Ortsteile; dies mittels Förderung und Ansiedlung städtebaulicher Projekte und Einrichtungen. Begründung: Im ländlichen Grünberg sollte angesichts der Bevölkerungsentwicklung eine Konzentration von Siedlungs- und Gewerbeentwicklung sowie von Infrastruktureinrichtungen angestrebt werden. »Der daher wichtige Aspekt der Eigenentwicklung der kleineren Ortsteile«, so die Stellungnahme, »ist jedoch zu wenig berücksichtigt, eine Verödung der Ortslagen wäre die Folge.« Weiter: Die Ausweisung von Siedlungsflächen für den Eigenbedarf eines Ortsteils sei zentrale Aufgabe zur »Bewahrung der Grundfunktionen und Attraktivität der Ortsteile«, wobei auch dezentrale städtebauliche Konzepte (etwa Gewerbe, Tourismus- und Freizeitprojekte) als für die Attraktivität des Raumes wichtige Aspekte beachtet werden müssten. »Von einer Konzentration in den Mittelzentren und zentralen Ortsteilen müssen daher Abweichungen grundsätzlich möglich sein.« […] Für Grünberg haben die Regionalplaner einen Wohnungsneubedarf von 1053 Wohnungen bis 2020 projiziert (741 Neubedarf, 178 Nachholbedarf und 134 Wohnungen Ersatzbedarf). Der im Entwurf errechnete maximale Wohnsiedlungsflächenbedarf bis 2020 für Grünberg beträgt 41 Hektar (im RPL 2001 waren es noch 52 Hektar). Aber: »Insgesamt wird das Siedlungsflächenkontingent bis 2020 als ausreichend erachtet«, lautet der Kommentar aus Grünberg. Zu gleichem Zwecke sollten die Flächen für Landwirtschaft ausgeweitet werden; dies betrifft v. a. Harbach, Weitershain, Stockhausen, Lardenbach. Hintergrund: In Vorbehaltsgebieten für Landwirtschaft sind »andersartige Nutzungen« in geringem Umfang zulässig, d. h. in jedem Stadtteil können bis zu fünf Hektar Baufläche ausgewiesen werden. Zum Kapitel »Forstwirtschaft« wird in der Stellungnahme an den RP gefordert, nicht nur »raumbedeutsame Eingriffe« in den Wald (etwa durch Verkehrsachsen) zu unterlassen. Vielmehr wird als Ergänzung der Ausschluss von Windenergieanlagen verlangt. Neben den wichtigen Funktionen des Waldes im Naturhaushalt habe der auch Ausgleichs- und Erholungsfunktionen; zunehmend zu beobachtender Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten laufe dem zuwider. Als letzte Forderung enthält die Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplanes die Rücknahme des Vorranggebietes »Windenergienutzung Planung« nordöstlich von Harbach. (tb/Gießener Allgemeine Zeitung)
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Laut Regionalplanentwurf wird für den Zeitraum 2002 bis 2020 ein Zuwachs der Bevölkerung Grünbergs von einem Prozent vorhergesagt (von 14 324 Einwohnern Ende 2002 auf 14 500 in 2020, tatsächlicher Stand im Juni 2020: 13 830) |