Amadori Rektor der Mittelpunktschule 1966

In diesen Tagen jährte es sich zum zehnten Male, dass Rektor Richard Amadori die Leitung der Volksschule Grünberg übernahm. Und Richard Amadori wird auch in der neuen Mittelpunktschule Rektor sein. Der Bau der Mittelpunktschule schreitet gut voran. So ist es wohl aller Wunsch und Hoffnung, dass sie als Höhepunkt des diesjährigen Gallusmarktes auch tatsächlich eingeweiht werden könnte. Viele Sorgen, vor allem die räumlichen Probleme, wären dann weitgehend gelöst. – Die Grundschule verbleibt als Stadtschule selbständig bestehen.

Rektor Amadori ist 1911 in Worms geboren. Er besitzt das Abitur der Aufbauschule in Bensheim, studierte am Pädagogischen Institut der Technischen Hochschule Darmstadt zu Mainz und legte 1934 die wissenschaftliche Prüfung ab. Nachdem Amadori in mehreren Volksschulen Erfahrungen gesammelt hatte, legte er 1936 in Darmstadt sein Staatsexamen ab. Dann versah er nahezu zwanzig Jahre in Rabertshausen (Kreis Gießen) die Lehrerstelle, bevor er 1956 nach Grünberg kam. Er gilt schon jetzt als Leiter der Mittelpunktschule Grünberg, an deren Aufbau er maßgebend beteiligt ist.

(Grünberger Heimat Zeitung, 7. Mai 1966)

 

Am 30. April 1966 schloss die Gewerkschaft »Louise«

In unserem Gebiet wird die bekannte Grube „Gewerkschaft Louise“, Brauneisensteinbergwerk in Merlau, die in letzter Zeit in der Gemarkung Nieder-Ohmen im Tagebau Auserzungen vornahm und in der Gemarkung Merlau derzeit noch einige Schlammteiche in Betrieb hat, ihre Tätigkeit einstellen. Bereits seit längerer Zeit wurde für den 30. April 1966 den Bergleuten gekündigt.

Ein Erz-Abbau in rationeller Weise erfolgte erst mit der Gründung von Bergwerksgesellschaften, so unter anderen der Gewerkschaft Louise, die am 13. März 1889 von 3 Männern, nämlich den beiden Kaufleuten Risch und Schülke und dem Bergwerksdirektor Sonnenschein aus Essen und Düsseldorf gegründet wurde.

Die Entwicklung der Gesellschaft hängt eng mit der Erbauung der oberhessischen Eisenbahn zwischen 1870 und 1880 zusammen. Dadurch konnten rheinisch-westfälische Bergleute in das oberhessische Erzrevier eintreten. 1874 entstand bei Flensungen eine erste Aufbereitungsanlage. Diese Wäsche lieferte damals bereits in 10 Stunden 50 t Konzentrat. Eine ähnliche Wäsche für die Gruben Luse und Ilsdorf entstand bei Groß-Eichen.

Das Fertigerz wurde damals zunächst mit Fuhrwerk zum Bahnhof Mücke transportiert, nach Errichtung der Bahnstrecke Mücke—Laubach—Hungen mit Seilbahn nach Stockhausen.

1917 wurden sämtliche Kuxe der Gewerkschaft „Louise“ von der Charlottenhütte AG, Siegen, übernommen. Im gleichen Jahr wechselte auch der Sitz der Gewerkschaft nach Nieder-Ohmen über. 1952 übernahm im Zuge der Neuordnung des Eisenerzbergbaus die Barbara Erzbergbau AG den Betrieb.

In den ersten Jahren ihrer Tätigkeit hatte die Gewerkschaft „Louise“ mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das erste normale Betriebsjahr war 1891 mit einer Konzentrat Erzeugung von rd. 21 000 t. 1914 waren es schon 74 000 t. Die Gewerkschaft hatte 1950 426 Grubenfelder im Besitz.

Die beiden Weltkriege überstand „Louise“ ohne wesentliche Beeinträchtigungen. Allerdings mußte die Förderung von März 1945 bis Februar 1946 unterbrochen werden. Entsprechend dem Abbau der einzelnen Grubenfelder und der damit verbundenen Veränderung der Betriebsstandorte wurde am 6. Juni 1929 der Sitz der Gesellschaft von Nieder-Ohmen nach Weickartshain und am 27. Mai 1938 von Weickartshain nach Merlau verlegt. Der Abbau der Erze erfolgte zuletzt ausschließlich im Tagebau, während früher auch im Tiefbau abgebaut wurde.

Dass der Bergbau in Zeiten, als es noch keinerlei Industrie im hiesigen Raum gab, eine beachtliche Erwerbsquelle für einen großen Teil der Bevölkerung darstellte, steht außer Zweifel. Die Zahlen der Belegschaftsmitglieder beweisen es. 1922 fanden 460 Menschen Brot und Lohn dort, 1337 waren es noch 309. Durch laufende technische Verbesserungen und Betriebskonzentrationen waren 1963 nur noch 57 Bergleute nötig.

(Grünberger Heimat Zeitung, 12. Mai 1966)

 

Neuer Schießstand in Freienseen 1966

Am Sonntagnachmittag (15. Mai 1966) wurde am „Dombühl“ bei Freienseen der Kleinkalibergewehr-Schießstand des Schützenvereins Freienseen seiner Bestimmung übergeben. Glückwünsche zur Einweihung übermittelten Vertreter der Schützenvereine Lardenbach/Klein-Eichen und Weickartshain sowie Sprecher verschiedener Firmen.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 

Blitz schlug in Scheune ein 1966

Auf dem Oberseener Hof zwischen Altenhain und Betzenrod geriet am Sonntag (22. Mai 1966) um 21 Uhr eine Scheune mit Stallungen während eines Gewitters durch Blitzschlag in Brand. Während ein großer Teil des Großviehes noch frühzeitig aus den Stallungen getrieben werden konnte, kamen acht Stück Jungvieh sowie mehrere hundert Stück Federvieh in den Flammen um. Außerdem wurde das im oberen Teil der Scheune gelagerte Heu und Stroh vernichtet.

An den Löscharbeiten beteiligten sich die Wehren aus Freienseen, Altenhain, Betzenrod, Lardenbach und Laubach. Sie konnten jedoch nicht mehr verhindern, dass die Scheune mit Stallungen bis auf die Grundmauern abbrannte. Der Schaden am Vieh wird auf etwa 60 000 DM geschätzt. Die Höhe des Gebäudeschadens stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

(Gießener Allgemeine Zeitung)

 

 
 
Gruenberg
Rektor Richard Amadori, Grünberg
 
Muecke
Zwei Lokomotiven vor dem schweren Eisenerzzug nach dem Verlassen des Mücker Bahnhofes 1966
 

 

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