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| 1. November 1987 | KlärgrubenAuf Anordnung der Unteren Wasserbehörde muss die Stadt Grünberg dafür Sorgen, dass überall Hausklärgruben installiert sind. Für Klein-Eichen hat dies bis zum 1. November 1987 zu erfolgen. Bis zum Anschluss an eine Kläranlage hat die Stadt Grünberg auch die ordnungsgemäße Entsorgung der Hausklärgruben sicherzustellen. |
| 28. August 1987 | Das erste K.A.R.L.-Fest"Man müsste mal was machen ..."! So hat es angefangen. Und weil Musik immer gut ist, war schnell klar, dass es ein Rockkonzert sein soll. Nun spielten auch noch zwei Klein-Eichener mit der Gruppe "Stop Smiling". Die suchten sowieso immer nach einer Gelegenheit um ihr Können einem Publikum vorzubringen. Und weil von den jungen Leuten im Dorf so gut wie jeder in der Feuerwehr war, stand der Mitveranstalter schnell fest. Da mit war die finanzielle Absicherung gegeben. Für den Veranstaltungsort scheute man sich nicht über den Grenzgraben zu gehen. Der Lardenbacher Steinbruch eignete sich sehr gut. Hier konnte es auch mal etwas lauter zugehen. War man von den Dörfern doch etwas entfernt. Natürlich war es beschwerlich die ganze Infrastruktur da hoch zu fahren. Gerade die doch große Bühne erforderte Einsatz. Stromaggregat, Theke, Getränke und Essen, alles musste organisiert werden. An einem Freitagabend im August 1987 (28.) konnte die Fete dann steigen. Es drehte sich alles um den Auftritt von "Stop Smiling". Als Sänger der Gruppe ging Michael Roth in die Vollen. An den Drums gab Uwe Zimmer den Takt an. Beider Väter waren und sind ja im Dorf musikalisch schon immer vorne dabei gewesen. Hinter der Theke kamen die weiteren Akteure des Festes ebenfalls nicht zur Ruhe. Unter das bunte junge Publikum mischten sich auch einige Ältere aus den Dörfern. Diese Open-Air-Fete war der Anfang von K.A.R.L. Obwohl an diesem Abend noch niemand vom "Klein-Eichener-Arbeitskreis-Zur-Rettung-Der-Lebensfreude" sprach. Der Name wurde erst später erfunden. Dreimal nutzte die Klein-Eichener Feuerwehrjugend den Lardenbacher Steinbruch. Dann gab es die Veranstaltungen in Klein-Eichen. |
| 27. November 1986 | FäkalschlammsatzungDie Grünberger Stadtverordneten haben eine Fäkalschlammsatzung verabschiedet die außer der Kerngemeinde und Queckborn alle Grünberger Ortsteile betrifft. Diese Dörfer sind nämlich noch nicht an eine Groß-Kläranlage angeschlossen. Änderungen im hessischen Abfallgesetz und im Wassergesetz zwingen die Gemeinden dazu, den in Kleinkläranlagen (Hausklärgruben mit Überlauf) anfallenden Fäkalschlamm und das in abflußlosen Gruben gesammelte Abwasser zu beseitigen. Die Regelungen hierzu sind in einer Fäkalschlammsatzung festzulegen. Für die Fäkalschlammbeseitigung erhebt nundie Stadt zur Deckung der Kosten Benutzungsgebühren. Das bedeutet für die Bürger in den Ortsteilen, die nicht an die Sammler der Großkläranlagen angeschlossen sind, vermehrte Ausgaben. Festgelegt wurde nun pro Kubikmeter Klärschlamm 33,- DM zu erheben. Davon ausgehend, daß in den meisten Grundstücken drei Kubikmeter fassende Klärgruben installiert sind und diese einmal im Jahr leergepumpt werden müssen, entstehen dadurch den Eigentümern Kosten von 99,- DM im Jahr. Hinzu kommt, daß für viele Hauseigentümer noch die Kosten für eine zu installierende Hausklärgrube fällig werden. Und wenn jetzt Klärgruben gebaut werden, müssen sie mit dem Zeitpunkt, an dem die Ortsteile an eine Großkläranlage angeschlossen werden, wieder verfüllt, oder zumindest außer Betrieb gesetzt werden. Für die meisten Grünberger Stadtteile dürfte dies in fünf bis sechs Jahren der Fall sein. Ein weiteres Problem bleibt. In den Ortsteilen sieht man nicht ein, warum der Fäkalschlamm nicht, wie seither auch, von den Landwirten abgepumpt und auf die Felder ausgebracht werden darf. Die Satzung verbietet das ganz klar. Ausgenommen sind nur Landwirte, sowie Gärtnereien und forstwirtschaftliche Betriebe, die auf Antrag den Schlamm aus ihrer Grube für die Düngung der Grundstücke benutzen können. In den letzten Tagen war verstärkt zu beobachten, daß Landwirte auf den Ortsteilen bemüht waren, dem einen oder anderen noch schnell einmal die Grube zu entleeren. |
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| Feb.-Mär. 1983 | Die alte Fichtenhecke auf dem Friedhof
wird gerodet. |
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| 18. Sep. 1982 |
An diesem Wochenende im September findet
das erste Grenzgrabenfest statt. Ein kleines Kirmeszelt mit Theke, Tischen und Bänken wird bei Loobs auf dem Hof aufgebaut. Als "Schirmherr" der Veranstaltung tritt Herbert Loob auf. Aus diesem Fest enstehen im nächsten Jahr die "Grenzgrabenspritzer". |
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| September 1982 | Der Plattenweg wird geteert. |
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| 31. Januar 1980 | Gerulf Herzog scheidet aus dem Amt des Bürgermeisters der Stadt Grünberg. Neuer Bürgermeister wird Siegbert Damaschke (CDU). |
| 12. April 1979 | Die erste Orgel für Klein-Eichens KircheRechtzeitig zu den Osterfeiertagen 1979 konnte die Evangelische Kirchengemeinde Klein-Eichen eine neue Orgel anschaffen. Durch den Erwerb wird ein schon betagtes Harmonium abgelöst. Die im Jahre 1739 in Klein-Eichen wieder aufgebaute aus dem fünfzehnten Jahrhundert stammende Fachwerkkirche wurde nun mit einer wohl einmaligen Orgel der Firma Wersi ausgestattet. Die Orgel des Typs Helios W2 mit zwei Manualen mit je vier Oktaven und 26 Tasten-Vollpedalen ist nicht nur für den Sakralbereich verwendbar. Auch für klassische Musik ist dieses Instrument geeignet. So sind neben den verschiedenen Soloinstrumenten auch Orchesterklänge zu hören. Der Kauf dieser Orgel wurde zu zwei Drittel durch die Finanzierung der Kirchengemeinde Groß-Eichen, der Klein-Eichen angehört, ermöglicht. Zuständig ist heute jedoch Pfarrer Schmitt-Mappes, der neben den Pfarreien Lardenbach, Weickartshain nun auch Klein-Eichen und Stockhausen betreut. Das letzte Drittel stammte aus einem Spendentopf zu Gunsten der Kirchenrenovierung, der ausschließlich von den Klein-Eichenern Bürgern gestiftet wurde. Diese Mittel wurden bereits vor einem Jahr gesammelt. Aus der beachtlichen Spendensammlung in Höhe von etwa zehntausend Mark konnte die Kirchengemeinde einen Teil für den schon damals geplanten Kauf einer Orgel bereitstellen. Sehr großen Anteil an der Verwirklichung dieses Vorhabens hatte der Organist Günter Zimmer. Durch sein Wissen und seine musikalischen Fähigkeiten war er maßgeblich an der Anschaffung der Wersi-Orgel im Bausatz-System beteiligt. Zusammen mit Karlheinz Hollederer baute er in über zweihundert Arbeitsstunden aus den etwa siebentausend Mark kostenden Teilen ein harmonisch klingendes Musikinstrument. Für die Kirchenbesucher aus Klein-Eichen und Lardenbach steht somit eine moderne und zugleich einzigartige Orgel in ihrer Art in einer der ältesten Fachwerkkirchen Oberhessens zur Vefügung. (KL) |
| 1. Juli 1978 | MüllabfuhrgebührenAb 1. Juli 1978 werden die Müllabfuhrgebühren auf der Grundlage der auf dem Grundstück gemeldeten Personen berechnet. Die Gebühr beträgt 27,00 DM pro Person bzw. je Einwohnergleichwert und Jahr. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern unter 18 Jahren werden nur zwei Kinder veranlagt. |
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| 14. Mai 1978 | Renovierte Kirche in Klein-Eichen eingeweihtUnter großer Beteiligung der Bevölkerung aus Klein-Eichen sowie zahlreichen Besuchern aus Lardenbach, Groß-Eichen und der näheren Umgebung fand die Einweihung der seit etwa einem Jahr renovierten Kirche von Klein-Eichen statt. Erschienen waren auch Vertreter der kommunalen Verwaltung. So nahmen auch Bürgermeister Herzog und Ortsvorsteher Günter Zimmer an der Feier teil. Als Verteter der evangelischen Kirche war H. Weyrauch (Darmstatd) anwesend. Durch eine beachtliche Spendensammlung von etwa 10000 DM bei der Klein-Eichener Bevölkerung und einer Ablösezahlung der Stadt Grünberg in Höhe von 75000 DM an die Kirchenverwaltung Darmstadt, konnte eine Renovierung ermöglicht werden. Dank gilt hier auch Pfarrer Dr. Breidert, der durch unermüdlichen Einsatz an der Vollendung der Arbeiten großen Anteil hat. So konnte der Kirche neben der Außenfassade auch ein neues "Gesicht" im Inneren gegeben werden. Zur Einweihungsfeier begrüßte Frau Siedler vom Kirchenvorstand Klein-Eichen alle Anwesenden. Neben Pfarrer Breidert nahm auch Pfarrer Pleß am Festgottesdienst teil. Unterstützung fanden sie durch die Mitwirkung des Posaunenchores Sellnrod/Groß-Eichen und den Männergesangverein "Eintracht" Lardenbach/Klein-Eichen. Nach einer Lesung von Pfarrer Pleß und einem gemeinsam gesungenen Lied, hielt Pfarrer Breidert seine Predigt. Als Vertreter der evangelischen Kirche nahm H. Weyrauch den Schlüssel von Architekt Dröge entgegen. Dieser dankte hierbei allen beteiligten Handwerkern. Bürgermeister Herzog unterstrich, den richtigen Entschluß gefaßt zu haben, und durch eine Ablösung der Kirche die Renovierung ermöglicht zu haben. Der Ortsvorsteher von Klein-Eichen, Günter Zimmer, brachte in seinem Grußwort den Stolz zum Ausdruck nun eine so schöne Kirche im Dorf zu haben. Mit einer Einladung zu Kaffe und Kuchen, und dem anschließenden Segen beendete der von Klein-Eichen scheidende Pfarrer Dr. Breidert den Festgottesdienst. |
| 23. Juni 1974 | WandernDer SSV Lardenbach/Klein-Eichen veranstaltet das erste Volkswandern. Neben der angebotenen fast 12 Kilometer langen Strecke die von 179 Teilnehmern bewältigt wurde, fand auch noch ein Kinderfest im Rahmen des Wandertages statt. |
| 5. April 1974 | Satzungsänderung für Wasser und AbwasserDie Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grünberg hat in ihrer Sitzung am 29. März 1974 die laufende Wasserbenutzungsgebühr je Kubikmeter des der öffentlichen Wasserversorgungsanlage entnommenen Wassers von 0,80 DM auf 1,00 DM und die laufende Kanalbenutzungsgebühr je Kubikmeter Abwasser von 0,25 DM auf 0,45 DM erhöht. Die Satzungsänderungen sind mit Wirkung vom 5. April 1974 in Kraft getreten. |
| 30. März 1973 | Jagdgenossenschaft Stockhausen/Klein-EichenNachdem die Kreisverwaltung dem Antrag der großen Jagdgenossenschaftsversammlung vom Februar diesen Jahres auf Auflösung stattgegeben hatte, konnten sich die Einzeljagdgenossenschaften wieder konstituieren. Auf Anregung von Otto Reitz wurde schon im Vorfeld die Zusammenlegung der beiden Jagdbezirke Stockhausen und Klein-Eichen in Erwägung gezogen. Nun traf man sich in der Gaststätte Rohn Stockhausen zur ersten Versammlung. Die vorgelegte Satzung wurde einstimmig angenommen. Die neu gebildete Genossenschaft trägt den Namen Jagdgenossenschaft Stockhausen/Klein-Eichen. Sie hat ihren Sitz in Stockhausen und der Jagdbezirk ist 470 ha groß. Vorstand und Ausschuß werden auf die Dauer von vier Jahren gewählt. Erster Jagdvorsteher wurde Karl Bräuning. Rechner und Schriftführer Otto Reitz. Erich Funk, Erwin Kühn und Otto Bingmann bilden den Genossenschaftsausschuß. Deren Stellvertreter sind Walter Müller, Alfred Jochim und Manfred Daniel. Jagdgenossenschaften sind in Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mitglieder einer Jagdgenossenschaft, so genannte Jagdgenossen, sind die Eigentümer der Flächen einer Gemeinde, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören. Zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören alle Grundflächen einer Gemeinde, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören und im Zusammenhang eine bestimmte, vom Landesrecht abhängige, Mindestfläche (mindestens 150 Hektar oder höhere Mindestflächen je nach Bundesland) umfassen. Bejagbare Flächen sind im Jagdkataster verzeichnet. Die Jagdgenossenschaft jagt in Eigenregie oder verpachtet die Jagd in ihrem gemeinschaftlichen Jagdbezirk an den Jäger. In dem Jagdpachtvertrag wird die Haftung der Jagdgenossenschaft für Wildschäden in der Regel auf den Pächter, den Jäger, übertragen. Entscheidungen trifft die Jagdgenossenschaft grundsätzlich nach dem Prinzip der doppelten Mehrheit, es muss eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen und der hinter einer Stimme stehenden Fläche bestehen. Der Ertrag aus der Pacht wird entsprechend der jeweiligen Grundstücksfläche auf die Jagdgenossen umgelegt. (Wiki) |
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| 29. Dez.1970 | An diesem Tag, es ist ein Dienstag, fand die letzte Sitzung des Gemeindevorstandes der bis dahin selbständigen Gemeinde Klein-Eichen statt. Unter anderem wird in einer Ergänzungsvereinbarung zum Grenzänderungsvertrag festgelegt, dass bis zu den Kommunalwahlen im Jahre 1972 die Mitglieder des bisherigen Gemeindevorstandes und der bisherigen Gemeindevertretung den neuen Ortsbeirat bilden. Erster Ortsvorsteher des Grünberger Stadtteiles Klein-Eichen ist damit Erich Funk. |
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| Dezember 1970 | Als kleines Willkommensgeschenk der
Stadt Grünberg für den zügigen Beitritt Klein-Eichens
zur Großgemeinde, wird der Köppelsweg bis zur Pfingstweide
geteert. Das gute Wetter und unbürokratische Verhandlungen machen
dies möglich. |
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| 15. Dezember 1970 | Im Zuge der Gebietsreform wird Klein-Eichen Stadtteil von Grünberg. Nach der Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages durch Vertreter der Stadt Grünberg und der Gemeinde Klein-Eichen am 5. Dezember 1970, wird der Vertrag heute rechtswirksam. Bereits im Jahre 1967 hatte der Hess. Ministerpräsident
in seiner Regierungserklärung angeführt: Durch den großen Hessenplan, den Landesentwicklungsplan, das Raumordnungsprogramm und das Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit wurden den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten sowie der hessischen Landesregierung ein Instrumentarium in die Hand gegeben, das Anreize für eine Gebietsreform bot, und deren zügige Abwicklung ermöglichte. Der Prozess der Gebietsreform verlief nicht nur harmonisch, sondern stieß auch auf Widerstand. Am Ende gehören zu der Großgemeinde Grünberg die Ortschaften Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Klein-Eichen, Lardenbach, Lehnheim, Lumda, Queckborn, Reinhardshain, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. |
| 12. Juni 1966 | FußballDer aktive Sportbetrieb des noch jungen SSV Lardenbach/Klein-Eichen begann mit einem Fußballspiel in Bobenhausen. Es war für alle Spieler und Zuschauer was besonderes gleich zum Auftakt des Fußballsports einen nicht erwarteten Sieg mit 4:3 Toren zu erziehlen. An diesem Sonntag herrschte dann auch eine Bombenstimmung als in der Gaststätte "Zur Linde" kräftig gefeiert wurde. |
| 4. Februar 1966 | Spiel- und Sportverein Lardenbach Klein-EichenDer Wunsch nach einem eigenen Verein für die Jugend von Lardenbach und Klein-Eichen stand am Anfang: Für den 4. Februar 1966 beriefen der damalige Lardenbacher Bürgermeister Reinhold Mölcher Senior sowie die Sportfreunde Heinz Leßmann und Ernst Keller die Gründungsversammlung im Gasthaus "Zur Linde" ein. Hierzu erschienen dann auch 51 Personen, die zusammen mit weiteren 18 Einwohnern die personelle Grundlage für den neuen Verein darstellten und die Gründung des Spiel- und Sportvereins Lardenbach/Klein-Eichen vollzogen. Bei der Gründungsfeier wurden mit Fußball, Tischtennis und Schießen als die drei Sparten für das sportliche Wirken des neuen Vereins festgelegt. Zum Vorsitzenden wählte man Reinhard Mölcher Senior, zum Stellvertreter Heinz Leßmann. Weiter Vorstands- und Abteilungsleiterposten übernahmen Ernst Keller, Gerhard Lerch, August Erdmann, Johann Zimmer, Bernd Kratz und Walter Löber. Festgelegt wurden auch Vereinsname und -farben. Diese erfolgten in Anlehnung an die bereits 1921/22 und 1929 gegründeten und zwischenzeitlich wieder aufgegelösten zwei Vorgängervereine, die den gleichen Namen trugen und als Vereinsfarbe Schwarz und Weiß trugen. Dank der Bemühungen des Vorstandes wurden die Voraussetzungen für die Teilnahme an den Meisterschaftsrunden 1966/67 in allen drei Abteilungen geschaffen. |
| 23. März 1962 | Die neuen PostleitzahlenObwohl nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiterhin die Regelung der Reichspost galt, in den vier Besatzungszonen Deutschlands die Postleitzahl in der Anschrift auzuführen (2-stellig, numerisch mit 1-stelligem Buchstabenzusatz) hielten sich immer weniger Briefeschreiber daran. Deshalb wurde von dem damaligen Postminister Richard Stücklen die Einführung des Postleitzahlensystems vorangetrieben. Bei "runden" Postleitzahlen für große Städte (zum Beispiel 6300 Gießen) wurden üblicherweise die Nullen nicht geschrieben. Grünberg hatte die Leitzahl 631. Für Klein-Eichen und Lardenbach galt die Postleitzahl 6311. Dabei stand auf den Briefen oftmals der Zusatz "Post Lardenbach". |
| 8. Mai 1955 | Weihe der St.-Anna-KapelleDie Wurzeln der Pfarrgemeinde St. Anna liegen in der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte. 1946 kamen viele Sudeten-Deutsche auch nach Weickartshain und die umliegenden Dörfer. Sie waren durchweg Katholiken. Die Heiligen Messen durften dank des Entgegenkommens der Pfarrer in den evangelischen Kirchen gefeiert werden. 1954 bot die Gruben-Gewerkschaft "Luise" ihr Haus im Weickartshainer Ortsteil Seenbrücke, das früher als Verwaltungsgebäude und Magazin diente, zum Verkauf an. Der damalige Seelsorger von Grünberg, Pfarrer Schütz, empfahl der Bischöflichen Behörde in Mainz den Ankauf des Gebäudes. Im Dezember erwarb die Diözese das Gebäude nebst dem dazugehörenden Grundstück für 16.000 Mark. Im folgenden Jahr wurde der Lagerraum zu einer schmucken Kapelle umgestaltet - zum großen Teil in Eigenleistung. Eine Empore sowie die Fenster aus einem alten Kloster in Nordhessen wurden eingebaut. Die alten Kirchenbänke aus der ehemaligen Schlosskapelle in Grünberg und der Holzaltar waren die vorläufige Ausstattung. Nun hatten die etwa 550 Katholiken aus Weickartshain-Seenbrücke, Lardenbach, Klein- und Groß-Eichen, Stockhausen, Freienseen, Altenhain, Wohnfeld, Sellnrod sowie Höckersdorf ihre eigene Kirche. In Anwesenheit zahlreicher geistlicher Herren und einer großen Schar von Gläubigen, die aus Grünberg und den Filialorten nach Seenbrücke gekommen waren, begann am Sonntag um 10 Uhr die Weihe nach dem feierlichen Ritus. Herr Pfarrer Zimmermann hieß den Domkapitular als den Vertreter des Bischofs willkommen und sprach allen, die das frühere Verwaltungsgebäude zu einem würdigen Gotteshaus umgebaut hatten, seinen aufrichtigen Dank aus. Gegen 400 Gläubige standen dicht gedrängt in der Kapelle und folgten andächtig den Worten des Festpredigers und der heiligen Handlung. Der Grünberger Kirchenchor unter Leitung von Frau Watzlawick sang die vielstimmige "Deutsche Messe" von Michael Haydn. Zum anschließenden Essen hatte Pfarrer Zimmermann die hochwürdigen Herren sowie die Ehrengäste mit Bürgermeister Trüller von Weickartshain und die Herren des Kirchenstiftungsrates geladen. Dabei sprach u. a. der evangelische Geistliche Pfarrer Repp von Lardenbach der katholischen Gemeinde seine Glückwünsche aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen unter den hiesigen Christen auch weiterhin lebendig bleibe. |
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| 10. Juli 1954 | Freiwillige Feuerwehr"Heute, am 10. Juli 1954, wurde die im Jahre 1933 gegründete und am Kriegsende 1945 aufgegebene Freiwillige Feuerwehr Klein-Eichen, im Gasthaus zur "Alten Post" (...) wieder neu gegründet." Mit dieser Einleitung im Protokollbuch beginnt die neue Geschichte der Klein-Eichener Freiwilligen Feuerwehr. Neun Jahre nach Kriegsende, in denen so mancher keine Uniform mehr anziehen wollte, haben 36 Männer aus Klein-Eichen, als eines der letzten Dörfer im Umkreis, ihren Beitritt mit Unterschrift erklärt. Am selben Abend wurde Otto Biedenkopf zum Ortsbrandmeister gewählt. Gruppen- und Schriftführer wurde Erich Funk. Nach den Wahlen des Vorstandes, beschloss man zugleich die Anschaffung einer Motorspritze. |
| 11. Dezember 1951 | FeldbereinigungDer wohl größte Umwandlungsprozess in der Gemarkung Klein-Eichen geht über mehrere Jahre. Zum Ende des Jahres 1951 werden der Tausch von Grundstücken mitgeteilt. Hier heißt es: "Auf Anordnung des Amtsgerichts werden Sie benachrichtigt, daß Ihnen im Feldbereinigungsverfahren an Stelle der nachstehenden in dem für Sie gebildeten Grundbuchblatt Ihnen zugeschriebenen Grundstücke der Gemarkung Klein-Eichen die folgenden Ersatzgrundstücke in Abteilung 1 unter den angegebenen fortlaufenden Nummern zugeschrieben worden sind ..." |
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| 1951 | TraktorIm Jahre 1951 kam der erste Traktor nach Klein-Eichen. Albert Müller kaufte für seinen landwirtschaftlichen Betrieb einen Allgaier-Schlepper. Diese 1-Zylinder Maschine hatte 12 PS und als Zubehör gab es nur einen Pflug. Weitere Teile wie z.B. die Egge-Vorrichtung wurde vom Dorfschmied Georg Dittrich angefertigt. |
| 26. November 1949 | FeldbereinigungDer Prozess der Feldbereinigung Klein-Eichen ist in Gange. Im Herbst 1949 wird im Rahmen der Umlegung in der Gemarkung das Masseland neu zugeteilt. Auf Grund der Bekanntmachung vom 17. November 1949 und der durch Kommissionsbeschluß festgelegten und durch Aushang bekanntgemachten Bedingungen werden vom Kulturamt Lauterbach Massegrundstücke neu zugeteilt. Die Zuteilung kann nur im gesamten angenommen oder abgelehnt werden. Einsprüche sind am Mittwoch den 7. Dezember 1949 auf der Bürgermeisterei Klein-Eichen 10 Uhr schriftlich vorzubringen. |
| 28. April 1946 | Erste KreiswahlAuch die Klein-Eichener konnten erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg frei den Kreistag wählen. Fünf Listen hatten an der Kreiswahl im "Jahr der wiedergewonnen politischen Freiheit", so Landrat Karl Benner damals, teilgenommen: Die SPD, das Christliche Landvolk, die CDU, die KPD und die LPD. Wegen der mit 15 Prozent hoch angesetzten Sperrklausel schafften nur SPD (50,9 Prozent) und Christliches Landvolk (26,8 Prozent) den Einzug in den neuen Kreistag; dem 31 Abgeordnete angehörten. |
| 17. April 1946 | Flüchtlinge und Heimatvertriebene kommen nach Klein-EichenWas seit Mitte 1945 als Gerücht die Runde machte, nämlich die Vertreibung von Millionen von Menschen aus den Ostgebieten, wurde im Frühjahr 1946 zur Gewissheit. Mit einem Sonderzug aus Furth im Wald an der deutsch-tschechischen Grenze erreichten rund 1200 Menschen aus dem Sudetenland ihr zukünftiges Zuhause: Mittelhessen. Das schwer kriegszerstörte Gießen war dabei zunächst nur Durchgangsstation. In diesem Jahr 1946 hat alleine Hessen über 397.000 vertriebene Menschen aufgenommen. Täglich wurden rund 1400 Menschen in die Lager gebracht, gesundheitlich betreut und ihnen innerhalb einer Woche Privatquartiere zugewiesen. Mit dem ersten Flüchtlingstransport am 17. April 1946 kamen 25 Personen nach Klein-Eichen. Und am 10. Mai 1946 kam die zweite Gruppe mit 30 Personen ins Dorf. Mit ihrer wenigen Habe und auf Lastwagen kamen Männer und Frauen, Kinder und Alte. Ihnen wurden Quartiere in den Bauerhäusern zugewiesen. Fast in jedem Haus musste man nun zusammenrücken. Auf engstem Raum waren nun Menschen aufeinander angewiesen mit einer anderen Geschichte, fremden Dialekt und teils auch einer anderen Konfession. Nicht immer blieb es dabei so harmonisch. Die Aufnahme der neuen Mitbürger stellte die Gemeinde vor große Probleme. Klein-Eichen hatte ca. 150 Einwohner. Innerhalb kürzester Zeit waren es plötzlich um ein Drittel mehr Menschen im Dorf. Sowohl Wohnraum als auch Nahrungsmittel mussten organisiert werden. Brennmaterial wurde benötigt und Arbeitsplätze. Nicht alle Heimatvertriebene blieben am Ort. So mancher zog wieder fort. Sei es nur bis nach Lardenbach oder auch weiter weg. Doch einige Familiennamen sind bis heute längst fester Bestandteil des Gemeinwesens. Und gerade die Jüngeren wissen nicht um die Herkunft und Wurzeln ihrer Mitbewohner. |
| 20. Januar 1946 | KommunalwahlAm 20. und 27. Januar 1946 wählten die hessischen Gemeinden mit höchstens 20000 Einwohnern ihre Ortsparlamente. Mit einer Beteiligung von 84,9 Prozent waren die ersten freien Wahlen nach der Nazi-Zeit ein voller Erfolg. Die SPD erreichte 44,5 Prozent und lag damit deutlich vor der CDU, die auf 31 Prozent kam. Die kommunistische KPD holte 5,7 Prozent, die später als FDP umbenannte LDP 2,7 Prozent. |
| 19. September 1945 | HessenDer Oberste Befehlshaber der Amerikanischen Streitkräfte in Europa, Dwight D. Eisenhower, erläßt die "Proklamation Nr. 2", in der er die Bildung von Bayern, Würtemberg-Baden und Groß-Hessen bekannt gibt. Dieses Groß-Hessen, das bald nur noch Hessen heißt, setzt sich aus der ehemaligen preußischen Provinz Hessen-Nassau und dem früheren Volksstaat Hessen zusammen. Kurz nach der Proklamation setzen die Amerikaner eine hessische Landesregierung ein. |
| 29. März 1945 | Die Amis kommen!Am späten Abend des 24. März 1945 stürmen die Amerikaner aus ihrem Rhein-Brückenkopf bei Remagen und starten eine Großoffensive in Richtung Westerwald, Taunus und das mittlere Hessen. Am Abend des 28. März ist die Stadt Gießen nach zahlreichen kleineren Gefechten in der Hand der Amerikaner. In einem Bericht der US-Armee heißt es: "Das Tagesziel der 4. Panzerdivision waren am 28. März 1945 die Höhenlagen östlich von Gießen nahe Grünberg. Die Vormarschtruppen setzten sich um 5 Uhr in Marsch, um den Angriff durch den Brückenkopf Hanau nach Norden vor zu tragen. Über Münzenberg und Lich erreichte man um 16 Uhr eine Stellung nordöstlich von Grünberg. Die Angriffstruppen hielten Grünberg als Vorposten für die Nacht. Für den 29. März hieß der Auftrag den Angriff nach Osten mit Lauterbach als Tagesziel voranzutragen. Ein Teil der Truppen fuhr über Lumda, Atzenhain, Merlau, Kirschgarten, Ruppertenrod Richtung Alsfeld. Ein anderer Vorstoß erfolgte von Grünberg über Weickartshain. Ortsausgang Mücke, beim Sportplatz, war die Brücke am Abend zuvor von der "SS" gesprengt worden. Der 29. März war Gründonnerstag vor Ostern. Es war ein etwas dunstiger Morgen. Die Bevölkerung war völlig verunsichert. Niemand wußte was auf sie zukommen würde. Schon tagelang verbreiteten sich die Gerüchte und Meldungen aus den Volksempfängern, dass die Amis im Anmarsch seien. Am Vorabend zum Gründonnerstag hörte man im Dorf entfernt aus Richtung Grünberg Schüsse und Explosionen. Früh am Morgen drangen dann immer lauter werdende Motorengeräusche und das Rasseln der Ketten heran. Auf der Höhe zwischen Lardenbach und Seenbrücke stand die Spitze der vorstoßenden Amerikaner. Längst waren Kriegsgefangene, Franzosen und Belgier, mit weißem Tuch vornweg den amerikanischen Truppen entgegen gelaufen. Diese berichteten, dass keine deutschen Soldaten in den beiden Dörfern seien. Und so fuhren die Amis einfach weiter. Eine nicht endend wollende Kolonne mit militärischen Fahrzeugen, Panzer, Jeeps, Lastkraftwagen, alle schwer bewaffnet, und voll besetzt mit Soldaten, zogen durch die Dörfer weiter Richtung Sellnrod. Längst stand die Dorfbevölkerung an den Straßen und blickte ungläubig auf das Geschehen. Nichts war passiert. Kein einziger Schuß war gefallen. Vielleicht war nun das Aufregendste, dass die Meisten zum ersten Mal einen Farbigen sahen. Für die Einwohner war der Krieg schneller als erwartet zu Ende gegangen, aber an anderen Orten wurde noch verbissen weitergekämpft, und es sollte noch einige Wochen dauern, bis am 8. Mai endlich die Waffen schwiegen. |
1939 |
Eintragungen Adreßbuch 1939Oberflächlich gesehen, war die Welt in weiten Teilen Europas im Sommer 1939 noch in Ordnung. Es war ungewöhnlich warm. Viele Menschen genossen das schöne Wetter und ignorierten Politik und böse Vorhersagen. Doch es war ein Leben am Rande des Abgrunds. Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen. Der zweite Weltkrieg begann. Am 3. September erklärten Großbritannien und Frankreich aufgrund von Garantien für Polen Deutschland den Krieg. Aus diesem Jahr stammt das "Adreßbuch Stadtkreis und Landkreis Gießen 1939". Hier finden wir auf Seite 99 auch Eintragungen über Klein-Eichen, dass damals zum Amtsgerichtsbezirk Laubach gehörte. Klein-Eichen wird als Filialdorf (von Groß-Eichen) genannt und hat 176 Einwohner. Die nächstliegende Bahnstation mit Güterabfertigung war in Weickartshain-Seenbrücke (Bahnlinie Mücke-Hungen). Zum telefonieren mussten die Klein-Eichener nach Lardenbach gehen. Die öffentliche Fernsprechstelle befand sich in der Poststelle bei Karl Völzing (Alte Post). Bürgermeister 1939 war Karl Müller. Und dessen Wohnhaus ist demnach auch die Bürgermeisterei in der Ilsdorfer Str. 21 gewesen. Erster Beigeordneter des Gemeinderates war Karl Volp. Zweiter Beigeordneter Wilhelm Hoffmann. Die Gemeindekasse verwaltete Wilhelm Dörr. Als weitere Gemeindevertreter sind erwähnt: Otto Peter, Karl Kühn, Heinrich Felsing und Otto Volp. Bürgermeister Karl Müller war auch gleichzeitig Vorsteher des Ortsgerichtes. In diesem gab es noch zwei Gerichtsmänner: August Zimmer und Otto Volp. Das Standesamt leidete ebenfalls Karl Müller. Der Lardenbacher August Kratz war auch in Klein-Eichen Ortsdiener. Feldschütze Eduard Zimmer musste für die Sicherheit auf den landwirtschaftlich genutzten Feldern sorgen. Feuerwehrführer Karl Kühn hatte ebenfalls einige Verantwortung. Die Kirchengeminde Klein-Eichen gehörte zum Dekanat Grünberg. Pfarrer Ernst Dammerau kam aus Groß-Eichen. Die Volksschule Lardenbach/Klein-Eichen stand am "Grenzgraben". Lehrer Karl Becker aus Lardenbach war lange Zeit jedem bekannt. Die Ärzte für Mensch und Tier, Dr. Massing und Dr. Wachtel wohnten in Laubach. Zur Hebamme Katharina Tröller war es bis nach Groß-Eichen nicht so weit. Die für Klein-Eichen zuständige Gendarmeriestation und das Fortsamt waren auch in Laubach. Förster Grüning kam aus Freienseen. Vorsitzender der Bezugs- und Kreditgenossenschaft Lardenbach/Klein-Eichen war Karl Müller. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft war eine Vereinigung ehemaliger Soldaten und Kriegsteilnehmer. Vorsitzender vor Ort war Wilhelm Dörr. Hier nun das alphabetische Verzeichnis der Einwohner Klein-Eichens 1939. Aufgeführt wurden damals allerdings nur der Hausvorstand: Biedenkopf, Karl, Groß-Eichener Str. 8. Dörr, Luise, Wwe., Ilsdorfer Str. 17. Dörr, Wilhelm, Gemeindekassenverwalter, Ilsdorfer Str. 17. Eckhardt, Wilhelm, Landwirt, Ilsdorfer Str. 11. Eckhardt, Wilhelm II, Auszügler, Ilsdorfer Str. 11. Faust, Karl I, Schuhmacher und Landwirt, Hinterdorf 5. Faust, Karl II, Wagner und Landwirt, Ilsdorfer Str. 22. Faust, Marie, Wwe., Hinterdorf 5. Felsing, Heinrich II, Landwirt, Hinterdorf 1. Felsing, Karl, Weber, Ilsdorfer Str. 32. Felsing, Wilhelm, Auszügler, Hinterdorf 2. Finkernagel, Elisabetha, Ilsdorfer Str. 22. Funk, Konrad, Landwirt, Ilsdorfer Str. 23. Funk, Wilhelm, Maurer, Hinterdorf 6. Gerbig, Emilie, Stickerin, Groß-Eichener Str. 6. Gerbig, Wilhelm, Landwirt, Ilsdorfer Str. 26. Högy, Wilhelm, Bauer, Ilsdorfer Str. 13. Hoffmann, Wilhelm, Landwirt, Kolonialwarenhandlung, Groß-Eichener Str. 1. Hofmann, Otto, Landwirt, Hinterdorf 4. Horst, Konrad, Landwirt, Ilsdorfer Str. 26. Horst, Luise, Wwe., Groß-Eichener Str. 8. Jost, Friedrich, Landwirt, Ilsdorfer Str. 32. Knöß, Wilhelm, Ilsdorfer Str. 27. Krieger, Ludwig, Landwirt, Gastwirtschaft, Ilsdorfer Str. 20. Kühn, Karl, Landwirt, Groß-Eichener Str. 5. Lein, Anna, Wwe., Ilsdorfer Str. 12. Maurer, Heinrich, Landwirt, Ilsdorfer Str. 12. Merz, Georg, Landwirt, Groß-Eichener Str. 7. Müller, Karl, Bauer und Bürgermeister, Ilsdorfer Str. 21. Müller, Katharine, Wwe., Ilsdorfer Str. 21. Opper, Karl, Landwirt, Ilsdorfer Str. 20. Peppler, Otto, Schreiner, Hinterdorf 6. Peter, Otto, Landwirt, Hinterdorf 2. Philippi, Georg, Landwirt, Ilsdorfer Str. 24. Rahn, Karl, Landwirt, Ilsdorfer Str. 25. Sames, Otto, Landwirt, Ilsdorfer Str. 9. Schütz, Lina, Wwe., Hinterdorf 3. Träger, Emil, Landwirt, Hinterdorf 3. Volp, Karl II, Landwirt, Dreschmaschinenbetreiber, Ilsdorfer Str. 15. Volp, Otto I, Landwirt, Hinterdorf 7. Volp, Otto II, Landwirt, Hinterdorf 7. Zimmer, August, Landwirt, Ilsdorfer Str. 14. Zimmer, Eduard, Auszügler, Groß-Eichener Str. 7. Zimmer, Ernst, Landwirt, Groß-Eichener. Str. 4. Zimmer, Georg, Auszügler, Ilsdorfer Str. 23. Zimmer, Otto, Landwirt, Ilsdorfer Str. 16. Zimmer, Wilhelm II, Auszügler, Ilsdorfer Str. 16. Zimmer, Wilhelm III, Weber, Ilsdorfer Str. 5. Auszügler: Ein Bauer, der sein Gut an seine Erben übergeben oder an Dritte verkauft hatte und aufgrund seiner Auszugsrechte auf dem Altenteil des Hofes lebte, einem Geschoss des gleichen Hauses oder einem separaten Gebäude. Er wurde dort vom neuen Besitzer, meist Sohn oder Schwiegersohn, mit einer vertraglich vereinbarten Menge an Naturalien (dem Auszug) versorgt. Wwe.: Witwe ist eine Person, deren Ehepartner verstorben ist. Bemerkenswert ist, dass es nur drei offizielle Straßen in Klein-Eichen gab. Die Ilsdorfer Straße zog sich von Osten nach Westen durch das Dorf. Die Groß-Eichener Straße von Süden nach Norden. Das Hinterdorf ist wie heute eine Stichstraße im Westen des Ortes. Weiterhin ergibt sich eine Ungereimtheit, weil der Hof Groß-Eichener Str. 2 fehlt. Hier wohnte Familie Döhler. Vormals Mölcher. |
| 24. Februar 1912 | 1912 - GrubenunfallViele Jahre lang war die Landschaft im vorderen Vogelsberg, von Freienseen bis Nieder-Ohmen, geprägt durch große Eisenerztagebaue. Bis in die späten 1960er Jahre war neben Land- und Forstwirtschaft der Bergbau eine der wichtigsten Erwerbsquellen der Bevölkerung. Durch die Entwicklung einer Infrastruktur und der daraus resultierenden kommerziellen Ausbeute der oberhessischen Erzvorkommen, wurde die Not der Landbevölkerung deutlich gelindert. Die Arbeit in der Erzförderung und Aufbereitung stellte eine beachtliche Erwerbsquelle dar. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts waren bis zu 600 Bergleute in den Gruben tätig. In der Klein-Eichener Gemarkung gab es direkt keine Grube zur Förderung des Eisenerzes. Aber gleich in der Nachbarschaft, wie bei Lardenbach und Stockhausen, wurde im Tagebau aus der Grube Maximus und der Grube Hoffnung Erz gefördert. Erwachsene und Jugendliche arbeiteten dort für einen Durchschnittslohn von 1,60 Mark bis 3,30 Mark pro Schicht. Viele Arbeiter aus den Vogelsbergdörfern mussten bis in das Seenbachtal laufen um hier ihr Auskommen zu finden. Wenn auch für die Grubenarbeiter aus Klein-Eichen der Weg nicht so weit war, so war die Arbeit wohl schwer und auch gefährlich. Wie der "Grünberger Anzeiger" vor hundert Jahren berichtete: |
| 12. Januar 1912 | Vor 100 Jahren - Reichstagswahl Die Reichstagswahl 1912 war die Wahl zum 13. Deutschen Reichstag. Sie fand am 12. Januar 1912 statt. Die Stichwahl war am 25. Januar. Es war die letzte Wahl des Reichstags vor dem Ersten Weltkrieg und die letzte im Deutschen Kaiserreich überhaupt. Auch in den Vogelsbergdörfern wurde damals gewählt. Klein-Eichen gehörte zum Kreis Schotten. Und gehörte demnach auch zu diesem Wahlkreis. Das Wahllokal befand sich wohl beim Bürgermeister. Der war 1912 Christian Hoffmann (heute Haus Loob). Bei 32 Wohnhäusern die es damals im Dorf gab, kann man auch von 32 Familien ausgehen. Wahlberechtigt waren etwas mehr Einwohner. Das Wahlrecht war nämlich allein der männlichen Bevölkerung des Deutschen Kaiserreiches ab einem Mindestalter von 25 Jahren vorbehalten. Ebenfalls nicht wählen durften Militärpersonen, Leute mit eingeschränkter Dispositionsfähigkeit (Behinderte), Leute, die im Jahr vor der Wahl Armenunterstützung erhalten hatten, und schließlich solche, denen die Ehrenrechte aberkannt waren. Durch diese Regelungen waren kaum mehr als zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung wahlberechtigt. Immerhin gab es aber kein Dreiklassenwahlrecht wie im Staat Preußen.
Die Wahlbeteiligung im ganzen Reich lag bei rund 85% und damit etwa so hoch wie bei der Reichstagswahl 1907. Eindeutiger Wahlsieger war die SPD. Sie erhielt etwa 4.250.000 Stimmen (34,8%) und damit so viele wie noch nie zuvor eine Partei bei Reichstagswahlen. Trotz der Verzerrungen durch das Mehrheitswahlrecht und die Benachteiligung durch die seit 1871 unveränderte Wahlkreiseinteilung stellte sie auch zum ersten Mal mit 110 Abgeordneten die stärkste Fraktion. Nur die Nationalliberale Partei hatte bei den ersten Reichstagswahlen mehr Wahlkreise gewonnen. Zweitstärkste Fraktion wurde das Zentrum mit 91 Abgeordneten, obwohl es weniger als halb so viele Stimmen wie die SPD bekommen hatte. Konservative und Nationalliberale, die die Regierung von Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg unterstützt hatten, verloren deutlich an Stimmen und Mandaten. Der Reichstag war von 1871 bis 1918 das Parlament des Deutschen Kaiserreichs. Der Reichstag verkörperte neben dem Kaiser die Einheit des Reiches. Gemeinsam mit dem Bundesrat übte er die Reichsgesetzgebung aus und besaß die Mitentscheidungsgewalt über das Haushaltsgesetz. Allerdings hatte sich der Reichskanzler dem Reichstag gegenüber nicht zu verantworten. Im Jahr 1871 bestand der Reichstag aus 382, ab dem Jahr 1874 aus 397 Abgeordneten, die in allgemeiner, gleicher und geheimer Wahl gewählt wurden. Gewählt wurde in Einmannwahlkreisen mit absolutem Mehrheitswahlrecht. |
1911 |
WasserleitungsbauDamals, als Deutschland noch ein Kaiserreich war und noch niemand an den Ersten Weltkrieg dachte, war der Vogelsberg eine karge Region, viele zog es fort, etwa ins Ruhrgebiet, um in den dortigen Zechen Arbeit zu finden. Wer reiste, der nahm die Bahn und deren Streckennetz war damals auch noch dichter im Vogelsberg. Ein übliches Transportmittel war das Fahrrad, wer sich eines leisten konnte, oder man ging auf Schusters Rappen. Damals, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, verbreitete sich der Bau von Wasserleitungen immer mehr auch auf dem Land. Für uns alle ist es selbstverständlich, fließendes Wasser gibt es in jedem Haus und kommt aus dem Wasserhahn. Aber früher war dies eine technische Neuheit und bis dahin noch nicht selbstverständlich. Vor nun 100 Jahren ist die Wasserleitung in Klein-Eichen und Lardenbach gebaut worden. Das lebenswichtige Wasser holte man bis dahin vom Brunnen vorm Haus. Mit der Hand pumpte man das Nass einige Meter hoch und schleppte volle Eimer in die Küche oder in den Stall zum Vieh. Nachdem sich der Gemeinderat von Klein-Eichen über die Ausführungen von Wasserleitungen informiert hatte, beschloss dieser am 10. Dezember 1906, dass eine solche "Wasserleitungs-Anlage" für das Dorf gebaut werden sollte. Dabei war der Gemeinderat aber so schlau, dass nämlich die Kosten für vorhergehende Messungen und Untersuchungen, wenn diese denn ohne Erfolg wären, nur zur Hälfte von der Gemeinde zu tragen seien. Die andere Hälfte müsse dann von denjenigen Ortsbürgern bezahlt werden, die eine solche Anlage gewünscht und beantragt hatten. Daraufhin ist wohl erstmal nicht viel passiert. Denn ein Jahr später, am 15. November 1907, stellt der Gemeinderat fest, dass die Anlage einer "Quellenwasserleitung" nicht ruhen sollte. Sondern auf Antrag der Mehrheit der Bürger sollten weitere Schürfungsarbeiten vorgenommen werden. Diese müssten nach den Bedingungen des Gemeinderatbeschlusses vom Dezember 1906 in der Gemarkung Sellnrod, etwa 2 Kilometer von "hier" entfernt vorgenommen werden. Wieder ging einige Zeit ins Land. Nun arbeiteten aber die beiden Gemeinden Klein-Eichen und Lardenbach gemeinsam an diesem Thema. Am 16. März 1910 trafen sich Vertreter der beiden Dörfer in Sellnrod mit dem Polizeidiener Heinrich Funk VIII. Die drei Partein schlossen einen Vertrag. Darin ging es um das Vorkaufsrecht für das Gelände auf dem Grundstück Flur XIII N 74 auf dem sich die Quelle "Im See" befindet. Falls hier eine ausreichende Wassermenge gefördert werden könnte, würde die gesamte Quelle nebst dem erforderlichen Gelände für die Quellfassung und Leitungen zu einem Preis von zwölfhundert Mark an die Gemeinden verkauft werden. Ferner verpflichtete sich Heinrich Funk VIII den Zugang zu den Wasserleitungsanlagen jedem "Gast" zu gestatten und "die Vornahme von Düngungen in der Umgebung der Quellenfassung mit natürlichen oder anderen von der Großherzoglichen Kulturinspektion Gießen für schädlich erklärten Dünger, sowie die Vornahme sonstiger Handlungen die sich auf die Quelle oder die Anlagen ungünstig einwirken könnten, zu unterlassen". Die Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen verpflichteten sich andererseits, für den Fall, dass eine hinreichende Wassermenge nicht "geschürft" wird eine "Schürfungsentschädigung" von 50 Mark im Jahr zu bezahlen. Dies aber nur für die Dauer von drei Jahren. Das Gelände würde dann wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt. Und so kam es auch. Die Wassermenge der Quelle im "See" oder am "Seeberg" reichte nicht aus. Auch ein weiterer Versuch Wasser aus einer Quelle "in den Seifen" in der Gemarkung Sellnrod zu erwerben, scheiterte an zu hohen Preisforderungen eben dieser Gemeinde. Im Jahre 1910 kaufte schließlich die Großherzogliche Kulturinspektion Gießen im Auftrag der Gemeinden Lardenbach und Klein-Eichen das Quellengebiet bei Wohnfeld für den Preis von etwas über 3000 Mark. Diese Quellen befinden sich zwischen der Hahn- und der Schneidmühle. Die Hauptquelle, der sogenannte "Fritzeborn" gibt nach den erfolgten Messungen alleine schon 80 Kubikmeter Wasser am Tag. Geplant war, mehrere Quellen zusammen zu fassen. Und es wurde die Möglichkeit erwogen, an andere Dörfer Wasser abzugeben. Im Dezember 1910 waren die Planungen in Gießen abgeschlossen worden. In vielen Dörfern des Vogelsberg wurden in diesen Jahren Wasserleitungen gebaut. So veranstaltete man im Januar 1911 bereits in Weickartshain zur Einweihung der Wasserleitung eine "Tanzbelustigung" in der Wirtschaft Hock. Ebenfalls in Groß-Eichen rechnete man damit, in diesem Jahr den Bau der Wasserleitung vollenden zu können. Im Sommer des Jahres 1911 waren auch die Arbeiten an der Wasserleitung für Klein-Eichen und Lardenbach in vollem Gange. Die ausführende Firma hieß Paul Nießen und kam aus Höhr im Rheinland. Die Rohrleitungen vom Brunnen bei Wohnfeld (unter Sellnrod verlaufend) und in den Dörfern war schon verlegt. Nun beschäftigte man sich mit den Hausanschlussleitungen. Da dieser Sommer sehr trocken war, ging alles gut vorran. Der Bau des Hochbehälters auf dem Galgenberg wurde bis zum August des Jahres abgeschlossen. Die Quellfassung wurde von dem Unternehmen Peter Schepp aus Burkhardsfelden ausgeführt. Ursprünglich hoffte man schon in vier Meter tiefe auf den benötigten Kiesboden zu stoßen. Aber letztendlich musste man bis sieben Meter in die Tiefe graben. Vier Brunen wurden bis zum erreichen des Kiesbodens angelegt. Hier ergab sich dann aber auch eine erhöhte Fördermenge: anstatt 100 Kubikmeter pro Tag, ergaben sich 250 Kubikmeter Wasser pro Tag. Lardenbach und Klein-Eichen benötigten damals jedoch nur 45 Kubikmeter Wasser am Tag. Diese hohe Wassermenge beruhigte auch die beiden Müller in der Nachbarschaft. Hatten die doch Bedenken es bliebe nichts mehr für ihre Mühlen übrig. Probleme machte dagenen zu dieser Zeit die neue Wasseranlage in Weickartshain. Alle Brunnen waren ausgetrocknet. Und so wurde ein Anschluss an die Leitung Klein-Eichen/Lardenbach gelegt. Im September 1911 wurde die Vollendung der Arbeiten zum Bau der Wasserleitung in Lardenbach und Klein-Eichen gemeldet. Vor Ort war man sehr erfreut, dass in diesem so trockenen Jahr, genügend und gutes Wasser vorhanden war. Im Februar 1912 trafen sich die Ortsvorstände von Lardenbach, Klein-Eichen und Freienseen in der Gastwirtschaft Diehl. Anwesend waren auch der Großherzogliche Kreisrat von Schotten und ein Vertreter der Großherzoglichen Kulturinspektion Gießen. Man beriet die Abgabe von Wasser aus der Wasserleitungsgruppe Lardenbach/Klein-Eichen an die Gemeinde Freienseen. Das Nachbardorf hatte zwar einige kleinere Quellen, aber die geförderte Wassermenge reichte nicht aus. Ob es nun damals zu diesem Anschluss kam, muss der Verfasser des Textes noch in Erfahrung bringen. |
1910 |
OrtslageplanBei der Suche nach Informationen über Klein-Eichen aus vergangenen Tagen fand sich im Grünberger Rathaus dieser alte Plan über die Ortslage des Dorfes. Die Zeichnung wurde etwa um das Jahr 1910 erstellt, um die neue Wasserversorgung für Klein-Eichen und Lardenbach zu planen. Bekanntlich wurde 1911 der Hochbehälter auf dem Galgenberg erbaut, und seit dieser Zeit fließt das Wasser von dem Brunnen bei Wohnfeld bis auf den Galgenberg und dann ins Leitungsnetz der zwei Dörfer. In der Karte ist nun die Verzweigung der Wasserleitungen entlang des Straßenverlaufes zu sehen. Interessanter ist allerdings nachzuverfolgen welche Gebäude zu erkennen sind. Dabei sind die Wohnhäuser in roter Farbe und die Wirtschaftsgebäude in brauner Farbe dargestellt. Wenn man genau guckt, erkennt man die 32 Wohnhäuser die damals im Dorf standen. An der "Whet" steht schon das Feuerwehrgerätehaus, und an der Kreuzung im "Hinterdorf", das Bauwerk an der Straße wo heute die Kastanie bei Gerbigs Haus steht, ist das Leiterhaus der Feuerwehr zu sehen. Auffallend sind auch die kleinen Parzellen der Gärten,
Wiesen und Äcker rund ums Dorf. Die Feldwege und die Aufteilung
der Flurstücke wie wir sie heute haben, entstanden erst mit der
Feldbereinigung um das Jahr 1950. |
1746 |
Alte Landkarten der Region Das Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen hat im
alten Reich eine Vielzahl von Territorien umfasst, die erst im 19. Jahrhundert
zu größeren politischen Einheiten zusammengefügt worden
sind. Auf mittelalterlichen Karten ist Hessen nur durch die Lage seiner Städte - meist sind es Fulda, Marburg, Kassel und Frankfurt- und seiner Flüsse - Main, Fulda, Werra, Weser, Lahn - zu identifizieren. "Hessen" war im Sprachgebrauch noch bis in das 17. Jahrhundert auf Nieder- und Oberhessen, ungefähr die heutigen Regierungsbezirke Kassel und Gießen, beschränkt. Erst die sich im 17. Jahrhundert zusehends durchsetzende Bezeichnung "Hessen-Darmstadt" hat zu der Ausdehnung des Namens in seinem heutigen Umfang geführt. Geographische Kenntnisse bedeuten Macht, weil sie mit strategischen, politischen und wirtschaftlichen Vorteilen und Zielen verbunden werden. In deutschen Ländern werden seit dem 16. Jahrhundert Karten in nennenswertem Umfang verwendet. Sind Landkarten veraltet, behalten sie ihren Wert als Quelle historischer Erkenntnis. Die Ausschnitte aus verschiedenen Karten zeigen die heimische Region. |
1674 |
Namen und FamilienAls zweiter Teil des Artikels von Gerhard Steinl in der Zeitschrift "Hessische Familienkunde" hier nun der Bericht über die Namen und Familien von Klein-Eichen zum Ende des 17. Jahrhunderts: Das älteste Kirchenbuch von Groß-Eichen wurde im Jahr 1672 von Pfarrer Georg Pauli angefangen zu schreiben. Auf den letzten Seiten des Kirchenbuches hat Pfarrer Pauli ein Verzeichnis aller 1674 in Groß- und Klein-Eichen lebenden Personen angelegt, das wertvolle Einzelheiten zum Personenstand und der Anzahl der Haushaltungen dieser beiden Dörfer enthält. Für Groß-Eichen führt er neben seiner eigenen Familie und der des Schuldieners - aus seiner Sicht wohl die beiden wichtigsten Familien im Ort - 58 Familien (59 ergänzt) an, für Klein-Eichen 16 Familien. Zunächst trägt der Pfarrer Einzelheiten über sich und seine Familie ein: "Johann Georg Pauli ist anno 1672 auff den sonntag oculli zu Grosen Eichen zum Pfarrer ordinirt und auffgeführet worden durch Herrn Joh. Caspar Finken Inspectoris zu Lauterbach und Herrn Koppen Pfarrer zu Engelrodt, Herrn Pfarrern zu Obernohmen Philipps Friedrich Völkkern, dabey wahr auch im nahmen meiner Gnädigen Herrschaft Herr Ambtmann Fischer. Herr Conrad Waldschmitt Pfarrer zu Rodheim und Jacob Lotz Pfarrer zu Münster. Im Catalogus Incolarum, dem Verzeichnis der Leute mit
ihren Kindern zu Groß- und Klein-Eichen folgen die 59 Familien
aus Groß-Eichen. Dann die 16 aus Klein-Eichen. Hier nur die jeweiligen
Familienvorstände nach Ordnungsnummern: Von den 16 Familien liegen z. Zt. von 4 nähere
Informationen vor: Der Familienname Peter erscheint schon in einem Einwohnerverzeichnis des Gerichtes Ober-Ohmen von 1572/1589. In Klein-Eichen wird "Peter Henns Ww." erwähnt. Hans Peter von Klein-Eichen hat mit seiner Frau Anna, geboren 1620, zwischen 1648 und 1660 vier Töchter. Er selbst stirbt am 03.03. 1683 in Klein-Eichen. Zur neuen Orgel trägt er mit 1/2 Thaler bei. Im bereits genannten Einwohnerverzeichnis des Gerichtes Ober-Ohmen wird in Klein-Eichen 1589 der Name Enders Herle erwähnt. Der Sohn Henrich von Hans Herle ist im Christmonat 1622 in Klein-Eichen geboren. Der Scabinus (Gerichtsschöffe) hat mit seiner Frau Elisabeth (geb. 1623/24 im Wintermonat) insgesamt 7 Kinder, von denen vor 1672 schon 2 Söhne und 1 Tochter verstorben sind. Henrichs Herlens Witwe steuert 1679 zur Orgel 1/2 Thaler, 1697 zum neuen Kelch 10 Albus und 1698 für die neu gegossene Glocke 11 Albus zu. Der Familienname Triebert wird im Einwohnerverzeichnis von Ober-Ohmen schon 1572/89 - allerdings nur in Groß-Eichen - mit Niclaus Tribhardt, Cuntz Triebhardt und Michel Driebert erwähnt. Johannes Trebarth aus Klein-Eichen lebt 1625 nicht mehr. Seine Witwe Eulalia (geboren an Pfingsten 1601) stirbt am 06.05.1675 in Klein-Eichen. Sie lebt im Haushalt ihres Sohnes Johannes. Er ist am Abend vor Michael 1642 geboren und heiratet Eva (geboren 1648, gestorben am 22.05. 1732 in Klein-Eichen). Er stirbt am 20.04. 1686 ebenfalls in Klein-Eichen. Noch 1694 hatten die Trieberts von Klein-Eichen im Solms-Laubachischen Gebiet von Oberseen "3 Viertel und 70 Ruten gutes Land" zum Bearbeiten liegen. Soweit der Rückblick in die Namens- und Familiengeschichte von Klein-Eichen. Vielleicht ergeben sich mit der Zeit noch weitere Erkentnisse, nicht nur der Familiengeschichte, aus früheren Tagen. |
| 05. November 1625 | "Klein-Eycher hatten etwas auf dem Kerbholz"In der Zeitschrift "Hessische Familienkunde" veröffentlichte der Familienforscher Gerhard Steinl aus Hungen im Dezember 2003 diesen Bericht über die Kerbhölzer der Klein-Eichener. Fündig geworden war Herr Steinl im Gräflich Solms-Laubach'schen Archiv und in den Kirchenbüchern von Groß-Eichen. Hier nun ein Auszug aus dem Bericht: Schlimm mussten es die Klein-Eichener in früheren Jahren getrieben haben, wenn sie "etwas auf dem Kerbholz hatten". War "ihr Kerbholz voll", standen sie "bei jemanden auf dem Kerbholz", hatten sie "etwas oder viel auf dem Kerbholz" oder gar "jemand auf dem Kerbholz"? Heute würde das heißen: das Maß ihrer Schuld war voll, oder: waren sie jemandem etwas schuldig. Und weiter würde man sagen: hatten sie große Schulden, ein Verbrechen begangen, etwas ausgefressen oder Schuld zu tragen oder gar jemanden auf dem Gewissen? Diese Begriffe haben im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren. Sie werden heute im übertragenen Sinne verwandt. Bevor nun auf die Altvorderen der Klein-Eichener eingegangen wird, stellt sich die Frage, was hatte es auf sich mit dem Kerbholz, als jedermann diesen Gegenstand noch kannte und alle damit zusammenhängenden Begriffe und Sprichwörter auch auf dieses bezog? Das Kerbholz ist die älteste Form eines urkundlichen Verzeichnisses mit Rechtscharakter, um Schulden oder Leistungen durch Einschnitte (Einkerbungen) darauf festzuhalten und zu verrechnen. Meistens bestand das Kerbholz aus zwei Teilen. Ein Holzstab wurde an zwei Seiten flach abgeschnitzt und dann längs gespalten. Der größere Teil mit dem Griff hieß "der Stock", der kürzere abgespaltene Teil "der Einsatz". Auf dem "Stock" trug man in der Regel Ordnungsnummern, Jahreszahlen und den Namen des Schuldners ein. Ein Loch im Kopf des "Stockes" ermöglichte das Auffädeln der Kerbhölzer. Dadurch gingen einzelne Hölzer nicht verloren, und man konnte sie nachbestimmten verwaltungstechnischen Gesichtspunkten zusammenfassen. Wollte man nun eine Schuld oder eine Leistung auf dem Kerbholz eintragen, so fügte man die beiden Teile passgenau aneinander und schnitt, ritzte, sägte oder feilte Kerben ein, die durch ihre Form einen allen Beteiligten bekannten und festgelegten Wert hatten, wobei "die jahre des holzes (Jahresringe) die sicherheit voll machten". Den Stock erhielt dann der Gläubiger, den Einsatz der Schuldner. Wollte man abrechnen, so legte man beide Teile zusammen und überprüfte die Einkerbungen. War die Schuld getilgt, so wurde "abgekerbt", indem man die Kerben durch Abschnitzen beseitigte. Das Kerbholz konnte dann noch mehrere Male verwendet werden. Die Klein-Eichener waren Untertanen der Freiherren von Riedesel. Als sogenannte "Ausmärker" (Besitz in der Gemarkung, aber außerhalb wohnen) hatten sie Besitz oder Pachtland auf gräflich Solms-Laubachschem Territorium. Ständig gab es Schwirigkeiten beim Verrichten der Dienste oder beim Bezahlen der Abgaben. Am 5. November 1625 werden die säumigen Ausmärker aufgefordert, ihren Pflichten nachzukommen. "Demnach eine Zeit von den Klein Eychern die dienst von den güthern, so sie uff Solms Laubachscher Jurisdiction liegen haben, nit gebührend verrichtet worden, Alß sollen Caspar Keyll 1 1/2 Kerben, Hanß Peter 2 Kerben, Hanß Herlen 4 1/2 Kerben, Emanuel 1 3/4 Kerben und Hennrich Peter 2 Kerben, 1/2 Kerben Johannes Trebarth vor jede 10 turnosen (Groschen) gleich wie sie die selbige den Larttenbächern biß her verlohnet, in unßerer gnedigen Herrschafft Rentherey Jährlichs entrichten." Hier haben wir einen anschaulichen Beleg dafür vorliegen, dass man eine Dienstleistung durch eine Geldleistung abgelten ließ. Es ist eindeutig festgelegt, dass für 1 Kerbe - sie steht für eine bestimmte Dienstleistung - der Gegenwert von 10 Turnosen zu entrichten war. Leider wird dabei nicht definiert, für welchen Arbeitszeitraum eine Kerbe stand und zu welcher Bearbeitungsfläche die aufgewandte Arbeitszeit in Beziehung zu setzen war. Bis zum Auffinden eines Beede-, Steuerstocks- oder Schatzungsregisters aus dem Jahre 1625 in Solms-Laubachischen Rechnungsbeständen muß leider die Wertigkeit zwischen einem Kerbstockeinschnitt und der zu erbringenden Diensleistung ein Geheimnis bleiben. Die Abgeltung einer Kerbe mit 10 Turnosen gibt lediglich die Umrechnung für eine noch zu erforschende Dienstleistung an. Ergebnisse dürften in Besteuerungsunterlagen der solmsischen Anreinerorte zu Klein-Eichen, nämlich Lardenbach, Freienseen oder Solms-Ilsdorf zu suchen sein. Schuld hatten die Klein-Eichener damals 1625 nun wirklich nicht auf sich geladen. Man hatte ihnen lediglich ihre Schulden auf das Kerbholz geschnitten und ihnen diese mit Sicherheit nach Bezahlung in der "Rentherey" auch wieder auf ihrem "Einsatz" sauber "abgekerbt". Heute kommt als Weiterentwicklung des Kerbholzes der elektronisch erstellte Steuerbescheid ins Haus. |
| 26. November 1614 | Gericht Oberohmen endgültig zu den RiedeselDie Riedesel besaßen ihren Teil von 5/6 an dem Gericht zu Oberohmen, die sie einst von den Weisen von Fauerbach erworben hatten, nicht unumstritten. Auf der einen Seite hatten die Grafen zu Solms gegen alle Gerichtsherren, also die Riedesel zu Eisenbach (mit 5/6) und die von Dörnberg und Schenk von Schweinsberg (mit 1/6), ein Verfahren beim Hofgericht in Marburg eingeleitet, um ihnen diesen Besitz ganz abzustreiten. Die Grafen von Solms waren Rechtsnachfolger der früheren Besitzer des Gerichts Oberohmen, der Weisen von Fauerbach und der Königsteiner. Es soll unregelmäßigkeiten beim Veräußern des Gerichts gegeben haben. Aber die Gerichtsherren waren auch untereinander uneins. Wie es in solchen Ganerbschaften (Erbengemeinschaft) immer der Fall ist, versuchte jeder seine Rechte zu erweitern und die Rechte des Teilhabers zu beschränken. In verschiedenen Dingen gingen die Riedesel gegen die Schenks von Schweinsberg und die gegen die von Dörnberg. Das Streiten ging so lange, bis eine Partei auf den Gedanken kam die Gemeinschaft aufzulösen. So kam man vom 16. bis 20. Oktober 1612 in Oberohmen zusammen. Die Riedesel waren alle zur Stelle (Volprecht IV., Georg V., Johann XI., Volprecht VI., außer Georg VIII.). Ludwig von Dörnberg und Johann Hermann Schenk zu Schweinsberg waren unter anderen anwesend. Als Gegenstand der Gemeinschaft wurde folgendes festgestellt: alle Obrigkeit in bürgerlichen und peinlichen Sachen, Erbforderungen, Hohe und Niedere Jagd, Fischerei, Gehölz, Forst- und Mastgeld, Lehnschaft in einigen Lehnsgütern, der halbe Weinschank (die andere Hälfte hatte Hessen), herkömmliche Zinsen, Frondienste u. a. Als Wert des jährlichen Einkommens aus dem Steuerteil wurde festgestellt: 85 fl. Zinsen, 50 fl. Zehnten und Vogthafer, 50 fl. Jagd und Fischerei, 25 fl. Holzgeld und Masthafer, 60 fl. Lehnsgeld, 25 Viertel Hochzeitshafer (= 50 fl.), 20 fl. Fahrten und Brieftragen, 250 Hochzeitshühner, dazu der alte Burgsitz der von Dörnberg und der von Schweinsberg in Oberohmen. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf einen Kaufpreis von 8800 fl., der auf Pfingsten 1613 bezahlt werden sollte. Ludwig von Dörnberg reiste selbst nach Aschaffenburg, um die Zustimmung des Kurfürsten einzuholen. Aber es ging nicht so einfach, wie es sich die Vertragsschließenden gedacht hatten. Die Belehnung der Schenk von Schweinsberg und der von Dörnberg hatte nie auf 1/6 gelautet, sondern immer nur auf "das Gericht" Oberohmen. So enstand nun die Frage, wie die Riedesel zu ihren 5/6 gekommen seien, ob sie je belehnt waren oder sie sich der Lehnspflicht entzogen hätten. Zugleich wurde in der Mainzer Kanzlei die Anregung gegeben, ob nicht die Riedesel statt des 1/6, das sie erwarben, das Ganze Gericht als Lehen erwerben wollten. Nach einigem Abwägen, ergaben sich auch Vorteile für die Riedesel. Erzbischof Johann Schweickard von Mainz belehnte also am 26. November 1614 die Riedesel zu Eisenbach mit dem verkauften Sechstel und den übrigen Teilen, also mit dem Haus und dem ganzen Gericht Oberohmen, den Dorfschaften Oberohmen, Großeichen, Ruppertenrod, Unterseibertenrod, Zeilbach und Kleineichen, dem Wald Hahrholz, Eicherholz, Steinbügel, Wolfsbusch, Hageküppel, Oberbuchholz, Zeilwald und dem neuen Wäldchen, mehreren Fischwassern, aller Obrigkeit in bürgerlichen und peinlichen Sachen, Zinsen, Renten, Zehnten, Frondiensten, Erbhuldigungen, Hoher und Niederer Jagd, Fischereien, Gehölz, Forst- und Mastgeld, Lehngütern und Weinschank. Am 24. April 1615 wurde die Kaufsumme bezahlt. Ein Jahr später erteilte Landgraf Ludwig V. seine landesherrliche Zustimmung, nachdem die hermannsteinschen Schenken von Schweinsberg schon am 8. September 1614 ihre Zustimmung gegeben hatten. Die Riedesel hatten dafür große Opfer gebracht. Aber sie waren nun im unbestrittenen Besitz des Gerichtes Oberohmen. Die ständigen Streitigkeiten waren zu Ende. |
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