| 06. Oktober 2007 |
"Die Kürzung der Mittel für Dorferneuerung
geht in die völlig falsche Richtung. Wir werden uns damit nicht einfach
so abfinden," erklärt der Rabenauer Christoph Nachtigall, Landtagsdirektkandidat
der Freien Wähler. Damit reagiert er auf Äußerungen von
Staatssekretär Karl-Winfried Seif aus dem Hessischen Ministerium
für ländlichen Raum. Doch der hat nun wiederum auf die Äußerungen
von Nachtigall reagiert.
Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen
Raum und Verbraucherschutz, Karl-Winfried Seif, weist entschieden Berichte
zurück, nach denen die Mittel für die Dorferneuerung zukünftig
gekürzt werden sollen.
Im Gegenteil: Trotz Kürzung der EU- und Bundesmittel um rund vier
Millionen Euro im Jahr 2006 seien die Gesamtmittel von 28,33 Millionen
Euro in 2006 auf 28,85 Millionen Euro in 2007 gestiegen. Für das
Jahr 2008 seien Fördermittel in derselben Größenordnung
vorgesehen. Außerdem würden die Mittel besser verteilt, indem
der Fördersatz für kommunale Einzelprojekte zukünftig von
durchschnittlich 65 Prozent auf durchschnittlich 50 Prozent gesenkt werde,
um so mehr Schwerpunktorte fördern zu können. "Das Hessische
Umweltministerium trägt somit vor allem dem demografischen Wandel
Rechnung, da so jährlich rund zehn Orte mehr in das Dorferneuerungsprogramm
aufgenommen werden können. Die Fördersätze für private
Maßnahmen werden beibehalten", versichert der Staatssekretär.
"Die Mittel sollen dafür eingesetzt werden, dass über die
jeweiligen Förderschwerpunkte hinaus auch in anderen Orten Maßnahmen
zur Innenentwicklung der Ortskerne durchgeführt werden können,
die in einem überörtlichen konzeptionellen Zusammenhang, wie
beispielsweise sich gegenseitig ergänzende Funktionen von Gemeinbedarfseinrichtungen,
mit dem Förderschwerpunkt stehen", so Seif.
(rsl)
"Die Kürzung der Mittel für Dorferneuerung
geht in die völlig falsche Richtung. Wir werden uns damit nicht einfach
so abfinden," erklärt der Rabenauer Christoph Nachtigall, Landtagsdirektkandidat
der Freien Wähler. Damit reagiert er auf Äußerungen von
Staatssekretär Karl-Winfried Seif aus dem Hessischen Ministerium
für Umwelt, ländlicher Raum und Verbraucherschutz. Seif hatte
am Wochenende erklärt, dass die Landeszuschüsse für das
Dorferneuerungsprogramm zukünftig von 65 Prozent auf 50 Prozent gekürzt
werden sollen.
Aktuell bewirbt sich auch die Gemeinde Rabenau mit ihrem Ortsteil Odenhausen
für das Dorferneuerungsprogramm. Nachtigall sieht dies als einen
weiteren Angriff der Landesregierung gegen den ländlichen Raum. Aufgabe
des Landes sei es, sagte er, ausgleichend zu wirken, dies sowohl im Bereich
der Finanz- als auch der Sozialstrukturen. Die Städte und Gemeinden
im ländlichen Bereich können bereits heute ihren Aufgaben wegen
mangelnder Finanzzuweisungen nicht mehr im notwendigen Umfang nachkommen.
"Wenn zukünftig diese Gemeinden einen noch größeren
Anteil der Dorferneuerungsmaßnahmen selber bezahlen sollen, so werden
sie dies schlichtweg nicht mehr können", erklärt Nachtigall.
Die bisher so erfolgreichen Dorferneuerungsprogramme würden von ihrem
Umfang her womöglich in der Bedeutungslosigkeit versinken. "In
Folge verfallen unsere Dörfer."
Selbst die sozialen Mindestausstattungen einer Gemeinde wie etwa Dorfgemeinschaftshäuser,
Backhäuser und auch historisch wertvolle Gebäude würden
nicht mehr zu unterhalten sein, wenn die Landesregierung in der erklärten
Art und Weise die Mittel streiche. "Das ist ein staatlich verordneter
Niedergang unserer Dörfer und somit eine Zerstörung eines prägenden
Teiles der Identität unseres Landes."
Ein solches Vorgehen dürfe sich die ländliche Bevölkerung
nicht gefallen lassen. Die Freien Wähler Hessen stellen daher in
Aussicht, nach ihrem Einzug in den Hessischen Landtag für eine deutlich
bessere Finanzausstattung des ländlichen Raumes zu sorgen und die
heutigen ideellen Werte, wie Sicherung von gutem Wasser, guter Luft und
intakter Umwelt mit einer finanziellen Bewertung zu versehen.
Diese Bewertung werde sicherstellen, dass sich die Bürger in den
Städten und Gemeinden auf dem Land auch weiterhin in einer intakten
und lebenswerten Umgebung wieder finden. Insbesondere der Jugend müsse
auf dem Land eine solide Basis mit guten ökonomischen und auch ökologischen
Perspektiven gegeben werden, die die starke Abwanderung in die Städte
verhindert, so Nachtigall abschließend.
(aso) |
| 13. Mai 2007 |
Spielplatz "Speckmäuse" Lardenbach
Erneuerter Kinderspielplatz "Speckmäuse" eingeweiht - Mittel
aus Dorferneuerung machten Komplettsanierung möglich.
Ein reges Treiben herrschte am Sonntag auf dem Kinderspielplatz "Speckmäuse"
in der Straße "Am Helgenstock" in Lardenbach. Kinder,
Eltern, Großeltern und auch der Grünberger Bürgermeister
Frank Ide waren um 11 Uhr zur offiziellen Eröffnung der im Rahmen
der Dorferneuerung umgestalteten Spielstätte erschienen. Pia Fuchs
von der Arbeitsgruppe "Kinder und Jugend im Dorf" dankte den
zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Besonders erwähnte sie dabei
Edwin Kubala, Christian Richtmann, die Firma Holzbau Reining, den Förderkreis
Basketball Grünberg, die Landmetzgerei Kielbassa, Valentin Waldner
von der Jugendwerkstatt Gießen und die Mitarbeiter des Bau- und
Servicehofes der Stadt Grünberg. Bürgermeister Frank Ide nannte
den für 33000 Euro umgestalteten Spielplatz mustergültig. Die
Stadt habe neben ihren 10000 Euro Eigenanteil noch die durch die Dorferneuerung
erhaltenen Fördermittel in Höhe von 23000 Euro in das Projekt
investiert. Ein weiterer entscheidender Faktor zur Verwirklichung dieses
Spielplatzes sei aber die von vielen Lardenbacher und Klein-Eichener Einwohnern
erbrachte Eigenleistung. Der Dank des Stadtoberhauptes galt dem Verantwortlichen
Klaus Grabowski, der Leiterin des Amtes für den ländlichen Raum
Müller-Mollenhauer und der engagierten Sachbearbeiterin Uli Stiel.
Anerkennende Worte gab es auch für Ortsvorsteher Jürgen Hofmann
und dessen Vorgänger Karlheinz Erdmann. Der Bürgermeister übergab
Pia Fuchs eine persönliche Spende zur Anschaffung eines Spielgerätes.
In seinen Dankesworten ging Ortsvorsteher Jürgen Hofmann auf den
am 31. August 1965 vom Gemeinderat beschlossenen und in die Jahre gekommenen
Vorgänger-Spielplatz ein. Durch die Neugestaltung habe der Spielplatz
verstärkten Zuspruch gefunden. Der Ortsvorsteher wünschte allen
Kindern stets Freude. Der Förderkreis "Basketball Grünberg"
hatte das Aufstellen eines Basketballkorbes finanziert. Dem Platz wünschte
er zukünftig möglichst viele Kinder.
An einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm konnten sich anschließend
die zahlreichen Kinder aus der Region erfreuen. Zuvor trat jedoch noch
die Sing-, Spiel- und Spaßtruppe des Männergesangvereins "Eintracht"
Lardenbach/Klein-Eichen auf. Unter der Leitung von Minette Kraft erfreuten
sie die Besucher mit einem Geburtstagstanz und den Liedern "Gute
Frage - nächste Frage" sowie "Regenwurm und Luftballon".
Als besondere Zugabe erklang zum Muttertag dann "Meine Mami".
Besonders den Mädchen machte an diesem Tag neben der Nutzung der
einzelnen Spielgeräte das Reiten auf einem Pony von Petra Rodinger
sehr viel Spaß.
Weitere Höhepunkte waren für die Kleinen ein Kinderschminken
von Diana Reining, ein Zielspritzen der Freiwilligen Feuerwehr Lardenbach
und das Aufsteigen in die Lüfte mit dem Kran von Manfred Reining.
Rege genutzt wurde mit verschiedenen Ballspielen das neue Spielfeld. Dabei
konnten auch Bürgermeister Frank Ide und Ortsvorsteher Jürgen
Hofmann beim Fußballspielen ihre sportlichen Fähigkeiten beweisen.
Für alle Gäste hatten die Mitglieder des Arbeitskreises zur
Stärkung ausreichend Würstchen, Pommes und Kuchen sowie auch
diverse Getränke im Angebot. Mit den Erlösen aus dem Verkauf
von Speis und Trank und dem Überschuss einer kleinen Tombola soll
für den Spielplatz noch eine fehlende Schaukel angeschafft werden.
(ld)
Fotos
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| 24. Februar 2007 |
Streit ums Geld
Obwohl Klein-Eichen und Lardenbach kurz vor dem Ende
der Dorferneuerung stehen, noch vier Projekte sind zu vollenden, mag es
den einen oder den anderen doch interessieren wie die aktuelle Politik
auf Landesebene zu dem Thema zur Zeit steht. Da verschärft sich der
Streit zwischen SPD und CDU über die Dorferneuerung in Hessen. Die
CDU wies am Freitag in Wiesbaden den Vorwurf der SPD zurück, die
Landesregierung habe in diesem Bereich gekürzt. Einschnitte habe
es nur von der Europäischen Union gegeben. Die Landesregierung habe
ihren Beitrag aber um vier Millionen Euro aufgestockt und damit diese
Kürzungen nahezu vollständig aufgefangen.
Die SPD hatte der CDU-geführten Regierung am Donnerstag
politisch dumme Einschnitte bei der Dorferneuerung vorgeworfen. Die Sozialdemokraten
hielten am Freitag an dieser Kritik fest. Das Landesprogramm Dorferneuerung
sei seit dem Jahr 2000 von 8,9 auf 6 Millionen Euro im Jahr 2007 zurückgefahren
worden. Die vier Millionen Euro, von denen die CDU spreche, seien keine
Landesmittel, sondern Geld aus dem Kommunalen Finanzausgleich. Das stehe
den Gemeinden ohnehin zu. Wenn die Landesregierung eine Zweckbindung an
die Dorferneuerung einführe, bekämen die Kommunen dadurch keinen
Euro zusätzlich.
Von 1999 bis 2007 sind die Dörfer Klein-Eichen und
Lardenbach im Programm der Dorferneuerung. In dieser Zeit war eine deutliche
Einschränkung bei den Finanzmittel von Jahr zu Jahr zu beobachten.
Bis zum Schluß die Projekte wegen der immer geringer werdenden Zuweisungen
in der technischen Ausführung begrenzt werden mussten.
(FR) |