Geschichte von Klein-Eichen
Der kleinste Stadtteil von Grünberg hat sich 1971
der Großgemeinde angeschlossen.
Das Bild des Dorfes wird immer noch von der Landwirtschaft geprägt,
obwohl die Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung wie üblich im
Umland ihr Einkommen findet. Klein-Eichen hat ca. 250 Einwohnerinnen und
Einwohner. Das dörfliche Leben ist eng mit der unmittelbaren Nachbargemeinde
Lardenbach verknüpft.
Funde von Steinbeilen aus der Jungsteinzeit belegen, dass schon vor ca. 5000 Jahren Menschen sich in unserer Gemarkung aufgehalten haben.
Als die Landgrafschaft Thüringen 1248/49, nach dem Aussterben des letzten Ludowingers, in die selbständige Landgrafschaft Hessen überging, wurde auch unsere Gegend hessisch.
Klein-Eichen wurde 1326 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf hat sich in früher Zeit aus einer Häusergruppe
entwickelt, die auf dem heutigen Flurstück „Bornwäldchen“,
nahe Groß-Eichen angesiedelt war. Klein-Eichen befand sich vermutlich
seit dem Jahre 1426 im Besitz der Freiherren Riedesel zu Eisenbach. In der Zeit
des Dreißigjährigen Krieges wurde die Ortschaft sehr in Mitleidenschaft
gezogen und beinahe gänzlich zerstört. Ganze sechs Familien
des damaligen Klein-Eichen packten ihre Habseligkeiten zusammen und erbauten
ihre Gemeinde neu an ihrem jetzigen Standort.
Im Jahr 1738 kauften die Klein-Eichener die alte Fachwerkkirche
aus Unter-Seibertenrod. Der Ausbau erfolgte dann bis zum Jahr 1742 und
ist bis heute ein Schmuckstück für das kleine Dorf.
Im Jahr 1806 wurden die kleineren Herrschaftsbereiche zugunsten größerer
Fürstentümer aufgelöst. Klein-Eichen kam zum Großherzogtum
Hessen-Darmstadt.

Kartenausschnitt aus dem Jahre 1734
Bis 1874 gehörte Klein-Eichen zum ehemaligen Kreis
Grünberg und dann, bis 1938, zu dem ebenfalls nicht mehr bestehenden
Kreis Schotten. Seit dieser Zeit gehören Lardenbach und Klein-Eichen
zum Kreis Gießen.
Im Jahre 1911 wurde die Wasserversorgung ausgebaut.
Dazu errichtete man auf dem Galgenberg einen Wasserhochbehälter.
Dorthin fließt das Wasser über eine lange Leitung vom Brunnen
bei Wohnfeld. Bis heute erreicht so bestes Wasser das Dorf.
Um das Jahr 1950 führte man die Feldbereinigung durch. Den Verein Freiwillige Feuerwehr Klein-Eichen gründeten die Bürger Klein-Eichens im Jahr 1954.
Der Ausbau
der Gemeindestraßen und der Ortskanalisation erfolgte in den 1960er-Jahren.
In diese Zeit fiel auch der Bau einer Gefrieranlage, die bis heute
in Betrieb ist.
Der bis 1945 bestehende rein bäuerliche Charakter verlor sich in
den Nachkriegsjahren immer mehr. Die Wirtschaftswunderjahre sorgten dafür, dass so mancher Landwirt hauptsächlich in der Industrie arbeitete und seinen Hof nur nach Feierabend versorgte, oder diesen ganz aufgab.
Der Feldwegeausbau und die Erschließung eines
Wochenendgebietes, sowie das Baugebiet „Am Kahlsberg“ waren
die Schwerpunkte bis in die 1970er-Jahre.
Die Schule besuchten die Kinder von Klein-Eichen und Lardenbach gemeinsam
in der Volksschule Lardenbach. Bis dann 1966/67 die Mittelpunktschule
in Grünberg für viele umliegende Gemeinden den Schulbetrieb
aufnahm. Das ehemalige Schulgebäude in Lardenbach wird heute als
Kindergarten der Seentalgemeinden genutzt.
Im Zuge der Gebietsreform wurde Klein-Eichen zum 15. Dezember 1970 Stadtteil
von Grünberg. Die evan-gelische Kirchengemeinde strukturierte sich
auch neu. Heute bilden die Seentalgemeinden Weickartshain, Lardenbach,
Klein-Eichen und Stockhausen eine Kirchengemeinde. Im Ortsteil Weickartshain-Seenbrücke
befindet sich die Kirche für katholische Gemeindemitglieder.
Die Kultur erlebte in den 1980er-Jahren in Klein-Eichen eine Neuorientierung.
Der Stammtisch der „Grenz-grabenspritzer“ und „K.A.R.L.“
begannen mit ihren Aktivitäten. Das Vereinsleben mit Lardenbach zusammen
funktionierte teils schon jahrzehntelang. So bietet der Sportverein neben
dem Fußball auch Gymnastik für die Kinder bis zu den Senioren,
Tischtennis und Wandern an. Im Obstbau- und Kelterverein kann man unter
anderem seine eigenen Äpfel zu Most verarbeiten. Der älteste
Verein von Lardenbach und Klein-Eichen ist der Männergesangverein
„Eintracht“. Hier reicht das Liedgut von alten Chören
bis zu modernen Stücken. Und für die kleinen Sängerinnen
und Sänger gibt es die Mini- und Maxigruppen.
Das Dorfgemeinschaftshaus für Lardenbach und Klein-Eichen wurde 1992
eingeweiht. Hier finden viele Veranstaltungen der Vereine statt. Aber
ebenso werden die Räumlichkeiten für Familienfeiern genutzt.
Das im Jahr 1995 renovierte und zum Teil umgebaute Klein-Eichener Backhaus
dient als öffentlicher Ver-sammlungsraum. Der Ortsbeirat hält
darin seine Sitzungen. Bürgerversammlungen, Feuerwehrsitzungen und
die Wahlen finden auch hier statt.
Die Grundversorgung wird durch eine Metzgerei in Lardenbach und fahrende Händler gedeckt. Ganz frisch vom Bauernhof gibt es Wurst,
Fleisch, Eier und Milch. In einem privaten Schlachthaus ist die Mög-lichkeit
zur Hausschlachtung gegeben. In mobilen Zweigstelle der Sparkasse Grünberg können
Bankgeschäfte vor Ort erledigt werden. Weiterhin vor Ort findet sich
ein Laden für Kleintierbedarf, ein Malerfachbetrieb sowie ein Steuerberatungsbüro.
Wer ohne Auto mobil sein will, dem bietet es sich an mit dem Bus (Rufbussystem)
nach Grünberg zu fahren. Weiter kann man von da mit dem Zug reisen.
Ein weiteres Neubaugebiet wird seit der Jahrtausendwende auf dem „Eichwiesenfeld“
bebaut.
Das Jahrtausend endete mit der Aufnahme von Klein-Eichen und Lardenbach
in das Dorferneuerungspro-gramm des Landes Hessen. Hier wurden bis Ende
2007 zahlreiche öffentliche und private Baumaßnahmen besonders
gefördert.
Die Zusammenlegung der Einsatzgruppen der Freiwilligen Feuerwehren und später auch die Bildung eines Vereins Freiwillige Feuerwehr Lardenbach/Klein-Eichen ließen die beiden Dörfer noch enger zusammenrücken.
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