21. Dezember 1902

"Winters-Anfang"

"Winters Anfang" schreibt der Kalender, allein die draußen herrschende milde Temperatur (bei +10° C) scheint dem zu widersprechen; nur die vom Oberwald schneebedeckten Höhen, die dort die täglichen Schlittenfahrten ermöglichen, bestätigen die Kalendermeinung. Hier unten lag die tiefste Monatstemperatur am 14. dieses Monats, wo das Thermometer die seit zwei Jahrzehnten nicht mehr beobachtete Tiefe von -18° C aufwies.

(Grünberger Anzeiger)

 
17. Dezember 1902

Straßenzustand im Kreis Schotten

Aus dem Kreise Schotten, 3. Dezember 1902

Will man den Zustand unserer Straßen beurteilen, so muß man die Radfahrer darüber hören. Dieselben preisen sich stets glücklich, wenn sie aus unserem Kreise draußen sind und bessere Straßen erreicht haben. Noch viel krasser fällt jetzt der Unterschied in die Augen, seitdem die Straßen vielfach wieder frisch beschottert sind. Was sagt der Thierschutzverein dazu, daß unsere Huftiere die spitzen Basaltsteine wieder eintreten müssen? Jedes Kreistagsmitglied würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn es die Anschaffung einer Dampfwalze befürwortete. Was im Kreise Gießen erreicht wurde, kann wohl auch bei uns zur Ausführung kommen.

Aus dem Kreise Schotten, 10. Dezember 1902

In Nummer 96 Ihres geschätzten Blattes ergoß ein Herr seinen ganzen Zorn über die schlechten Straßen des Kreises Schotten. Vor allen Dingen wird die Beschaffung einer Straßenwalze gewünscht. Das sind alles hübsche Sachen, wenn sie kein Geld kosten. Zudem sind die gewalzten Straßen auch nicht immer Lustgärten. Möge der Artikelschreiber nur einmal auf solchen um Lauter promenieren; er wird dann andere Gedanken, Hühneraugen sicher bekommen. Wo soll denn das Geld in dem armen Kreis Schotten herkommen, wenn man solch teure Straßenunterhaltungen einführen wollte?

Sind am Ende 96 591,92 Mark für Unterhaltung und Neubau von Kreisstraßen, wie solche pro 1900/01 in Schotten bezahlt wurden, keine respektable Leistung? Sollen die armen Vogelsberger-Gemeinden noch mehr ausgesaugt und die wenigen reichen immer noch höher belastet werden?

Dann doch lieber eine kleine körperliche Erschütterung, als allzugroße des Geldbeutels. Für Verdauung übrigens ganz gesund. Im Kreise Gießen, wo ia recht flott "gewalzt" wird, soll sich zur Zeit auch schon etwas Erschöpfung eingestellt haben. Wir im Kreise Schotten können das "Walzen" aber garnicht vertragen, es würde uns den Atem ganz benehmen, weshalb wir es eben bei einem hübsch langsamen "Schottisch" bewendet sein lassen wollen.

Aus dem Kreise Schotten, 17. Dezember 1902

Die Entgegnung in Nr. 98 des "Grünb. Anz.", Zustand der Kreisstraßen betreffend, ruft nachstehende Bemerkung hervor. Mit der Behauptung "es ist nicht so", ist nichts getan. Dem Verfasser ist es wahrscheinlich unbekannt, daß in diesem Sommer die Radfahrer des Kreises eine Eingabe an das Kreisbauamt planten, ein Plan, welcher demnächst zur Ausführung kommen wird: insbesondere sind es die zum Wasserablauf über die Straßen gezogenen Gräben, die Rad- wie Wagenfahrer empfindlich stören.

Bei einer gewalzten Straße, die mitten hoch gewölbt ist, fallen dieselben einfach weg. Recht deutlich springt der Unterschied des Zustandes der Straßen am Hessenbrückenhammerkreuz hervor, jeder Radfahrer gratuliert sich, wenn er diesen Punkt erreicht hat. Von Mehrkosten beim "Walzen" kann kaum die Rede sein, denn eine überschotterte Straße hält ein bis zwei Jahre, eine gewalzte dagegen fünf bis sechs Jahre; was auf einmal ausgegeben wird, holt sich also bald wieder ein. Wir halten es nicht mit dem "Immer langsam voran" und glauben, daß jeder schlechte Tänzer den Schottisch, aber nicht jeder "das Walzen" lernen kann. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, daß die Dampfwalze, wie sonst überall, auch bald über unsere Kreisstraßen rollt.

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
6. Dezember 1902

Landtagswahl 1902

Schon im Oktober (1902) hat sich der Wahl-Ausschuß an die Wähler des Wahlbezirks Schotten gewandt, um für die Wahlmännerwahlen zur Landtagswahl für den Kandidaten Herr Oberförster Dr. Weber in Konradsdorf zu werben: "Tretet alle für Herrn Oberförster Weber ein, indem Ihr Wahlmänner wählt, von denen Ihr versichert seid, daß sie bei der Wahl ihm ihre Stimme geben. Und tatsächlich lautete das Ergebnis der Wahlmännerwahl zur Landtagswahl (im November 1902) für Schotten und sämtlicher Nebenorte auf Oberförster Weber, so daß derselbe mehr als 20 Stimmen am nächsten Samstag erhalten wird; damit ist entschieden, daß Weber im ersten Wahlgange schon als Sieger hervorgeht, da die Gesamtzahl der Wahlmänner etwa 35 beträgt.

Gegen die Landtagswahl des Wahlbezirks Grünberg ist Protest eingelegt worden. Als Begründung enthält die dem Landtag vorliegende Drucksache folgendes: 1) Die Wahlmännerwahl in Atzenhain: Einige Tage vor der Wahl der Wahlmänner hat der Wahlmann Heinr. Zulauf in Atzenhain einige Faß Bier und mehrere Liter Branntwein in verschiedenen Wirtschaften an seine Wähler verabfolgen lassen mit der offen erkennbaren und auch erreichten Absicht, die Wähler für sich günstig zu beeinflussen. Auch am Wahltage selbst, während der Wahlstunden und vorher, hat der genannte Wahlmann in der Wirtschaft Speisen und Getränke gespendet, sodaß es mehrere Angetrunkene gab. Nur durch diese systematische Beeinflussung der Wähler konnte das Resultat in Atzenhain erzielt werden.
2) Die Wahl in Groß-Eichen: In diesem Orte hat der für Otto Hirschel thätige Agitator gelegentlich einer Wahlversammlung Getränke zum Besten gegeben mit der bereits bei Atzenhain bezeichneten Absicht.
4) In Weickartshain: Bei der Wahl des Wahlmannes für Weickartshain und Stockhausen hat sich der Lehrer Knöpper in Weickartshain erlaubt, am Wahltage, während der Wahl, vor dem Wahllokale, den einzelnen Wählern, in welchen er geeignte Objekte für seinen Thatendrang vermuthete, die Stimmzettel zu vertauschen. Den von der Arbeit zur Wahl heimkehrenden Bergwerkarbeitern wurde von der Partei des Wahlmanns Tröller (für Hirschel) Branntwein in einem Kruge und Stimmzettel für Tröller entgegengetragen.
Auf Grund der vorstehenden Angaben wird ersucht, die Wahl des Abgeordneten Hirschel für ungültig zu erklären.

(Grünberger Anzeiger)

 
29. Nov. 1902

Auszahlung Zinsen

Am 29. November 1902 gibt es in dem Grünberger Anzeiger die Bekanntmachung das die Auszahlung und Beschreibung der Zinsen von Einlagenkapitalien bei der hiesigen (Grünberg) Spar- und Leihkasse geschieht: u. a. Dienstag, den 9. Dezember (1902), nachmittags von 2-4 Uhr für die Orte: Klein-Eichen, Lauter und Lehnheim ... Der Rechner der Spar- und Leihkasse (Diese Kasse bestand zwischen den Jahren 1834 und 1904 als Vorläufer der Sparkasse Grünberg).

(Grünberger Anzeiger)

 
26. Nov. 1902

Wegeverbot

Wegeverbot - unter dieser Überschrift veröffentlichte der Grünberger Anzeiger am 26. November 1902 folgendes: Das Befahren des Stockhäuser Wegs und des Boden-Wegs in der Gemarkung Lardenbach, ist bis zum 1. April 1903 bei Strafe verboten. Großh. Bürgermeisterei Lardenbach. Lein (Bürgermeister).

(Grünberger Anzeiger)

 
29. Oktober 1902

Herbstkontrollversammlung

Bei den diesjährigen Herbstkontrollversammlungen haben zu erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve (Kleiner Dienstanzug:: Mütze, Waffenrock oder Ueberrock, Achselstücke, lange Hosen aber hohe Stifel beliebig, bei schlechter Witterung Paletot (Herrenmantel)); 2. Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen; 3. Diejenigen, der Landwehr ersten Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugegangen ist.

Die Ersatzreservisten haben haben bei den Herbstkontrollversammlungen nicht zu erscheinen. Dieselben finden statt: Zu Hungen am 7. November 1902, Vormittags 9 1/4 Uhr, an der Post. Zu Lich am 7. November 1902, Nachmittags 3 Uhr, in der Amtsgerichtsstraße. Zu Grünberg am 8. November 1902, Vormittags 9 1/4 Uhr, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen. Zu Laubach am 17. November 1902, Vormittags 9 1/2 Uhr, auf der Straße nach Wetterfeld. Zu Nieder-Ohmen, am 10. November 1902, Vormittags 9 Uhr 20 Minuten am Bahnhof. (Klein-Eichen und Lardenbach haben sich demnach in Laubach einzufinden.)

Befreiungsgesuche sind bis längstens acht Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei beziehungsweise bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringedsten Nothfalle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß mit eingeklebter Kriegsbeorderung und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetze.

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
15. Oktober 1902

Gallusmarkt

Der Umschwung zum Besseren, der sich für den Grünberger Gallusmarkte in den letzten Jahren vollzogen, machte sich auch bei dem diesjährigen, vorgestern (15. Oktober 1902) und gestern abgehaltenen, in erfreulicher Weise bemerkbar. Aus meilenweiter Entfernung hatten sich am ersten Tage die Besucher in außerordentlich großer Anzahl eingefunden und noch zahlreicher wie sonst bedeckten die Krämerstände und Schaubuden den großen Marktplatz, auf welchem namentlich, als aus den gegen Mittag eintreffenden Zügen gewaltige Menschenmengen zugeströmt waren, ein großartiger Verkehr herrschte und infolgedessen sich auch ein lebhafter Geschäftsbetrieb entwickelte...

(Grünberger Anzeiger)

 
11. Oktober 1902

Strohfeuer

Von einem einen großen Theil des Dorfes Lardenbach mit Vernichtung bedrohten Brande wurden die Bürger heute (11. Oktober 1902) glücklicher Weise noch rechtzeitig bewahrt, und zwar waren es, wie so oft schon, leichtfertige Kinderhände, die Unheil gestiftet. Die Dreschmaschine war in Thätigkeit und mitten im Dorfe an der noch mit Getreide gefüllten Scheune des Forstwartes Knöß ein großer Strohhaufen aufgeschichtet. Während der Mittagspause zwischen 12 und 1 Uhr setzten drei fünfjährige Jungen das Stroh in Brand, das alsbald in haushoch lodernden Flammen stand. Nur dem Umstande. daß ein an der Maschine Beschäftigter sich etwas länger aufgehalten hatte, war die rechtzeitige Entdeckung zu danken, so daß es der rasch herbeigeeilten Hilfe aus Lardenbach und dem benachbarten Klein-Eichen gelang, das Umsichgreifen des Feuers zu verhüten, das andernfalls durch die überreiche Nahrung in den anliegenden Scheuern unberechenbare Ausdehnung hätte annehmen können. Wie noch mitgetheilt wird, hatten die Jungen die Strichhölzer aus einer Westentasche entwendet.

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
04. Oktober 1902

Ernennung

Ernannt wurde am 4. Oktober Eduard Lein aus Lardenbach zum Gefangenenwärter an dem Haftlokal in Lauterbach mit Wirkung vom 21. Oktober 1902.

(Grünberger Anzeiger)

 
01. Oktober 1902

Patrouillenbezirke

Nach der am 1. Oktober (1902) ins Leben getretene Neuorganisation Großh. Gendarmerie ist der Kreis Schotten in vier Patrouillenbezirke eingetheilt worden. Die Station Laubach umfaßt die Ortschaften: Altenhain, Freienseen, Gonterskirchen, Groß-Eichen mit Grummertsmühle, Ziegelhütte und Wadenhäusermühle, Klein-Eichen, Laubach mit Glashütte, Höhresmühle, Jägerhaus, Löbsacksmühle, Obernseener Hof und Schreinersmühle, Lardenbach mit Stockhäuser Hof, Ruppertsburg mit Friedrichshütte und Henriettenhof, Solms-Ilsdorf mit Flensunger-Hof, Wetterfeld mit Hessenbrückenhammer und Sträuchesmühle.

(Grünberger Anzeiger)

 
20. Sept. 1902

Zeitungs-Anzeigen

In der Ausgabe vom 20. September finden sich zwei Anzeigen aus Lardenbach.

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
10. Sept. 1902

Audienztag und Huldigung

Dienstag den 16. September (1902), Mittags 12 Uhr findet in Laubach im Rathaussaale ein Audienztag Großh. Kreisamts Schotten statt. Am gleichen Tage Vormittags 11 Uhr ist zur Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides Termin anberaumt für die Gemeinden: Freienseen, Groß-Eichen, Gonterskirchen, Solms-Ilsdorf, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld.

(Grünberger Anzeiger)

 
8. Sept. 1902

Ernte im Vogelsberg

Im Laufe der letzten Woche (8. September 1902) hat man die Gerstenernte im Vogelsberg beendet und mit derjenigen vom Hafer kann bald begonnen werden. Gar mancher am Ausläufer des Vogelsbergs oder schon in der Wetterauer Ebene Wohnende, der schon beim Ausdreschen seines Getreides beschäftigt ist, wird darüber mitleidig lächeln. Eine Freude sind die reichlich behangenen Obstbäume in den Thälern.

(Grünberger Anzeiger)

 
7. Sept. 1902

Stand Bahnstrecke

Die Erdarbeiten an der Bahnstrecke von Mücke nach Laubach behmen einen erfreulichen Fortgang (7. September 1902). Bereits arbeitet man an dem Anschlusse an den hiesigen Bahnhof; oberhalb bei Flensungen ist der Unterbau nahezu fertig gestellt, zur Ausführung eines Dammes schafft man von einem bei Stockhausen gelegenen Vorsprunge das Material her. Unweit von hier, wo die Straße nach Weickartshain abgeht, wird die große Seenbrücke erbaut. An Ort und Stelle werden die Lehmsteine geformt, gebrannt und sofort vermauert. Wenn auf der weiteren Strecke die Erdarbeiten gleichen Fortgang nehmen, hofft man, daß die Bahn bis zum 1. Juli nächsten Jahres (1903) eröffnet werden kann.

(Grünberger Anzeiger)

 
23. August 1902

Hegezeit

Mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten ist vom 21. August ab in ganz Hessen die Jagd auf Rebhühner und Wachteln geöffnet. In den drei erstgenannten Kreisen dagegen erstreckt sich die Hegezeit für jenes Flugwild bis zum 31. August. Nach dem übereinstimmenden Urtheile der Feld- und Waldhüter sind die Hühner in diesem Jahre überaus gut durch die Brut gekommen, was einestheils in dem warmen Vorsommer und andererseits in der etwas später gefallenen seine Ursache haben dürfte. Daher werden heuer auch ungewöhnlich zahlreiche und starke Ketten angestroffen.

(Grünberger Anzeiger)

 
11. August 1902

Geflügelzuchtverein

Die Ausstellung (11. August 1902), welche der Geflügelzuchtverein für Lich und Umgebung als seine erste am 9. und 10. August abhielt, war sehr gut arrangiert und auf das reichhaltigste beschickt. Durchweg war nur gutes Material zur Schau gestellt und sind die Fortschritte, die man auf dem Gebiete der Geflügelzucht, die seither noch sehr im argen lag, unverkennbar.

Auch der Vogelsberger Geflügelzuchtverein hat sich an der Ausstellung mit bestem Erfolge betheiligt und werden die guten Leistungen der einzelnen Mitglieder stets ein Sporn sein, immer rastlos weiter zu streben, um der Geflügelzucht diejenige Stelle einzuräumen, die ihr gebührt.

Für folgende Tiergattungen gab es u. a. Preise: Enten, rebhuhnfarbige Italiener, schwarze Italiener, Minorka, Wyandottes, Kochin, Hamburger Silbersprenkel, Langshan, Brahma, Paduaner, Zwerghühner, Tauben ... Für seine Taubenzucht erhielt Wilhelm Högy aus Klein-Eichen einen dritten Preis.

(Wilhelm Högy kam aus Ruppertsburg und hatte erst im Februar 1902 Maria, geb. Lein, geheiratet.)

(Grünberger Anzeiger)

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06. August 1902

Telephonische Verbindung

Eine direkte, telephonische Verbindung zwischen Grünberg und Laubach, die über Lauter führt, wird demnächst (1902) erbaut werden. An die Fernsprechstelle wird das Laubacher gräfliche Schloß Anschluß erhalten.

(In Grünberg wurde im Sommer 1902 eine allgemeine Stadt-Fernsprecheinrichtung im Postamt in der Bahnhofstraße eröffnet. Zu Beginn waren 11 Fernsprechstellen angeschlossen. Bis zum Jahr 1912 wurden die Fernleitungen für das Fernsprechwesen fast nur über oberirdische Freileitungen hergestellt. Erst durch Schäden wegen extremer Wetterlagen verlegte man nach und nach Telephonleitingen unter die Erde.)

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
06. Juli 1902

Vom Lande

Der Kriegerverein Klein-Eichen hält am Sonntag den 6. und Sonntag den 13. Juli ein Preisscheibenschießen ab, und läßt hierzu freundliche Einladung ergehen. "Unter der Linde könnt Ihr finden, Was Euch Euren Durst thut lindern."
Der Vorstand

Am Freitag den 4. Juli (1902), Vormittags 8 Uhr, soll das diesjährige Heugras der Gemeinde Klein-Eichen, circa 35 Morgen, auf der Stelle versteigert werden. Der Anfang ist beim Ort.
Klein-Eichen, den 28. Juni 1902. Großh. Bürgermeisterei Klein-Eichen. Müller.

Bei dem am letzten Sonntag (6. Juli 1902) von dem Klein-Eichener Kriegerverein veranstalteten Preisschießen wurde der erste Preis durch 62 Ringe auf der 13-Ringscheibe mit Mod. 71 von Christian Hoffmann errungen.

(Grünberger Anzeiger)

Fotos

 
23. Juni 1902

Bereitschaftsordre

Sämtliche Reservisten der Fußtruppen von der Jahresklasse 1898 erhielten dieser Tage (23. Juni 1902) die sogenannte Bereitschaftsordre für eine am 28. August beginnende vierwöchige Übung bei den Infanterie-Regimentern der Hess. Division. Dieser vorläufigen Beorderung folgt event. später eine zweite bestimmte Ordre und sollen dann die betr. Mannschaften an dem im September stattfindenden Manöver theilnehmen. Erfolgt bis zum 28. August keine weitere Ordre, so ist der betreffende Reservist von einer derartigen Übung befreit.

(Grünberger Anzeiger)

 
11. Juni 1902

Maß- und Gewichtsrevision

Die Maß- und Gewichtsrevisionen im Kreis Schotten finden für das laufende Jahr vom 1. Juli (1902) ab statt. Hierbei kommen in Betracht u. a. die Orte: Freienseen, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Solms-Ilsdorf, Wetterfeld. Wir machen darauf aufmerksam, dass nach § 369 Abs. 1 Nr. 2 des Reichsstrafgesetzbuchs Gewerbetreibende, bei denen zum Gebrauch in ihrem Gewerbe geeignete, mit dem gesetzlichen Aichungsstempel nicht versehene oder unrichtige Maße, Gewichte oder Waagen vorgefunden werden, oder welche sich einer anderen Verletzung der Vorschriften über die Maß- und Gewichtspolizei schuldig machen, mit Geldstrafe bis zu 100 Mk. oder mit Haft bis zu vier Wochen bestraft werden, neben welchen Strafen zugleich auf Einziehung der vorschriftswidrigen Maße, Gewichte, Waagen oder sonstiger Meßwerkzeuge zu erkennen ist. Gleichzeitig wird den Interessenten anheimgegeben, die Gegenstände vorher aichamtlich prüfen zu lassen, was bei jedem Aichamt, am geeignetsten bei den Aichmeister in Nidda, geschehen kann und unerhebliche Kosten verursacht.

(Grünberger Anzeiger)

 
10. Mai 1902

Meldungen

Nach der vom Großherzoglichen Ministerium des Inneren für das Etatsjahr 1902/03 genehmigten Übersicht der Umlagen der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Schotten, werden erhoben in: Freienseen 4600 Mk (Mark), Gonterskirchen 4000 Mk, Groß-Eichen 7000 Mk, Solms-Ilsdorf 780 Mk, Klein-Eichen 1200 Mk, Lardenbach 1800 Mk, Laubach 24 000 Mk, Ruppertsburg 6000 Mk, Schotten 27 500 Mk, Ulrichstein 5799 Mk und Wetterfeld 2200 Mk.
(Umlagen = Zahlungen der Gemeinden an den Landkreis).

Am Mittwoch den 14. Mai, Vormittags 10 Uhr, findet die Vormusterung des Pferdebestandes statt. Zu Lardenbach am Ausgang nach Sellnrod aus den Gemeinden Lardenbach, Solms-Ilsdorf, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Sellnrod, Schmitten und Freienseen.

Seit dem Himmelfahrtstag (8. Mai 1902) sind die Höhen des Oberwaldes stellenweise mit Schnee bedeckt; auch nach tiefer gelegenen Orten erstreckt sich die Schneedecke. Haben die neulichen kalten Tage den Blüthen keinen Schaden zugefügt, so dass Kirschen und Birnen meist gut angesetzt haben, so hat die letzte Nacht, in der das Thermometer einige Grad unter Null aufwies, an den aufblühenden Apfelbaumblüten, die heute mit Reif stark bedeckt waren, einen größeren Schaden verursacht.

Seit 1897 hat der Landw. Verein für die Provinz Oberhessen die Zuchtbestrebungen in die Hand genommen und verfolgt in consequenter Weise das Ziel, leistungsfähigere Thiere von guter Gesundheit und sicherer Vererbungsfähigkeit zu züchten. Zu diesem Zwecke sind Herdbücher eingerichtet worden, in welche die Thiere, welche dem Zuchtziel entsprechen, eingetragen werden. Es wurden Zuchthöfe und Bullenstationen errichtet, es wurden bessere Zuchthiere beschafft, die auf den Thierschauen prämierten Thiere wurden auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft usw. Um aber gesunde Thiere zu züchten, ist vor allem eine gesunde, naturgemäße Haltungsweise der Thiere nothwendig. Der Landw. Provinzialverein hat zu diesem Zwecke 4 Jungviehweiden und 1 Fohlenweide eingerichtet, auf welchen in diesem Jahre ca. 220 Rinder und 55 bis 60 Fohlen aufgetrieben werden können. Thiere von guter Abstammung werden erst durch den Weidebetrieb zu wertvollen Zuchtthieren. Es ist daher nur wünschenswert, dass recht viele Landwirthe Gebrauch von den Weiden machen.

(Grünberger Anzeiger)

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12. April 1902

Frühjahrs-Controlversammlungen

Die Frühjahrs-Controlversammlungen zu Laubach finden am 29. April 1902 Nachm. 3 Uhr auf der Straße nach Wetterfeld statt. Das gilt für die Bewohner von Freienseen, Gonterskirchen, Groß-Eichen mit der Grummertsmühle, Wadenhäusermühle und Ziegelei, Ilsdorf (Solms), Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld. Hier für: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Reservisten und Wehrleute 1. Aufgebots, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen und sämtliche Ersatz-Reservisten.

(Grünberger Anzeiger)

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07. März 1902

Holzversteigerung

Im Grünberger Anzeiger sind die Bekanntmachungen zu Holzversteigerungen aus vielen Dörfern immer wieder aufgeführt:

"Freitag den 7. März d. J. (1902), Nachmittags von 1 Uhr an, soll in dem Gemeindewald Klein-Eichen folgendes Holz versteigert werden: 45 Stück Kiefern und Fichten Stämme von 14-16 cm Durchmesser, bis 15 m Länge, 14,52 fm, 7 Raummeter Kiefern Prügel.

Nach Beendigung der Gemeinde-Holzversteigerung kommt aus dem Privatwald Eckhards Erben folgendes Holz zur Versteigerung: 18 Festmeter Fichten Stämme und Stangen, 12 Raummeter Fichten Stöcke, 6 Raummeter Kiefern Stöcke.

Großh. Bürgermeisterei Klein-Eichen. Müller."

Schon im Februar fand in Lardenbach die erste Holzversteigerung statt. Hier waren die Mengen wesentlich größer:

"Montag den 3. Februar d. J. (1902) soll im hiesigen Gemeindewald in den Distrikten Backtrögen, Hessenhain, Haidstruth und Pfortwald folgendes Holz versteigert werden: 752 Stück Fichten Derbstangen, 70,41 Festmeter, 25 Stück Fichten Reisstangen, 0,84 Festmeter, 105 Stück Fichten Stämme von 13 bis 29 cm Durchmesser, 3,4 bis 25 m Länge, = 43,41 Festmeter, 239 Stück Eichen Stämme von 13 bis 42 cm Durchmesser, 2 bis 17 m Länge, = 109,43 Festmeter, 2 Stück Buchen Stämme von 43 bis 53 cm Durchmesser, 3,8 bis 7 m Länge, = 1,86 Festmeter.

Der Anfang ist Vormittags 9 Uhr im Distrikt Backtrog beim Pflanzgarten.

Großh. Bürgermeisterei Lardenbach. Lein."

Eine weitere Versteigerung fand im März statt:

"Montag den 3. März l. J. (1902) soll im hiesigen Gemeindewald folgendes Holz versteigert werden: 117 Stück Fichten Stämme von 13-36 cm Durchmesser, 2,6-26 m Länge = 76,84 Fm, 7 Stück Fichten Derbstangen = 0,92 Fm, 1 Stück Kiefern =0,66 Fm; Buchen; Rm 23,1 Scheit, 10 Knüppel, 22 Stammreisig, 22,3 Astreisig, 4 Stöcke, Eichen: Rm 43,7 Knüppel, 27,5 Reiserknüppel, 7 Reisig, 2,8 Stöcke, Fichten: Rm 17,4 Knüppel, 33 Reisig.

Das zur Versteigerung kommende Fichten-Stammholz führt die Nummer von 519 aufwärts. Die Zusammenkunft ist Mittags 12 Uhr vor dem Pfortwald am Altenhainer Weg.

Großh. Bürgermeisterei Lardenbach. Lein.

(Grünberger Anzeiger)

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19. Februar 1902

Telephonische Verbindung

Die telephonische Verbindung, die sich bis jetzt auf die einzige Linie Laubach - Freienseen erstreckt, wird demnächst von Laubach aus eine bedeutende Erweiterung erfahren. Zunächst sind Ausführungen der Fernsprechstellen nach Hungen nach Süd, nach Mücke nach Nordost geplant.

Größere Kosten dürften dabei nicht entstehen, da nach beiden Richtungen bereits Theilstrecken telephonisch verbunden sind. Da damit auch weitere Anschlüsse sich ergeben, dürfte diese Neueinrichtung namentlich von hiesigen Geschäftsleuten mit Freude begrüßt werden; es wird sich daraus weiter ergeben, daß diese Einführung der telephonischen Verbindung in einzelne Häuser in absehbarer Zeit zur Ausführung kommt.

(Grünberger Anzeiger)

 
08. Februar 1902

Eisenbahnbau

Am letzten Donnerstag (8. Februar 1902) erfolgte auf der im Bau befindlichen Eisenbahnstrecke nach der Freienseener Seite zu der Tunneldurchbruch, nachdem vor etwa zwei Monaten der Tunnel von der Waldseite aus in Angriff genommen worden war.

Infolge der günstigen Winterwitterung, die es sehr selten zur Unterbrechung kommen läßt, sind überall die Erdarbeiten gut vorangeschritten; es wird an vier Stellen von etwa 280 Arbeitern fortwährend gearbeitet.

Wenn der Unterbau, dessen Fertigstellung in diesem Jahr geplant war, eine Verzögerung erleidet, so trägt die Geländeerwerbung, die an einigen Plätzen infolge Renitenz der Eigentümer auf Schwierigkeiten gestoßen ist, die Schuld daran. Infolge des letzteren Umstandes muß beispielsweise die in der Nähe der Kantine begonnene Arbeit wieder aufgeschoben werden.

(Grünberger Anzeiger)

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08. Januar 1902

Schweineverkauf

Von Landwirt Heinrich Keller in Lardenbach wurde ein Schwein verkauft, welches das respectable Lebendgewicht von 608 Pfund aufwies.

(Grünberger Anzeiger)

 

 

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