Klein-Eichen und Groß-Eichen haben nicht nur vom Namen her eine gemeinsame Geschichte. Bis Anfang der 1970er Jahre gehörten die Dörfer zu einem Kirchspiel. Und die Bewohner kannten sich sehr gut vom gemeinsamen Konfirmantenunterricht in der Jugend.
Aber zu Klein- und Groß-Eichen gab es in früher Zeit noch ein Wenig-Eichen.
 

Der Acker auf dem Friedhof

Wie lange längst Verstorbene noch "wahnern", erzählt die Geschichte eines längst vergessenen Friedhofes. Der lag an "der Wingen-Eicherbrücke" zwischen Groß-Eichen und Ruppertenrod und gehörte zu dem untergegangenen Dorf. Kaum jemand wußte noch von ihm. Wo es einst gestanden hatte, waren längst Äcker und Wiesen.
Auch der Schulmeister von Groß-Eichen hatte dort Eigentum. Er bat den Schäfer, seinen Pferch auf dem Acker aufzuschlagen, damit die Schafe ihn nachts gut düngen sollten. Der Schäfer tat, wie ihm geheißen. In der ersten Nacht wurde er in seiner Hütte durch Lärm aus dem Schlaf gerissen. Die Schafe rumorten, blökten und liefen hin und her. Mit seinen Hunden versuchte er, die Herde zu beruhigen.
Das wiederholte sich Nacht für Nacht und wurde so schlimm, daß die Tiere über die Hürden sprangen und davonliefen. Da blieb dem Schäfer nichts anderes übrig, als den Pferch woanders aufzuschlagen. Erst als er erfuhr, daß des Schulmeisters Acker zu alten Zeiten der Friedhof von Wingen-Eichen gewesen war, da wußte er, wer die Schafe in Furcht und Schrecken versetzt hatte: das waren die in der Geisterstunde erwachten Toten, die noch immer dort umgehen.

 

 

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